----------------------------------------------------------------- >--- b a e r e n t a t z e ----------------------------------------------------------------- >--- der wirklichkeitsnahe Brief >--- zur Praxis und Ethik des Marketings in der Neuen Oekonomie Deutsche Bibliothek ISSN 1438-4914 (Archiv) Jahrgang/Ausgabe/Datum 2 / 4 / 23.6.2000 Frequenz ca. zehn Ausgaben im Jahr Preis gratis Herausgeber Dipl.-Ing. Oliver Baer Homepage http://www.baerentatze.de Zur besseren Lesbarkeit verwenden Sie bitte COURIER 12 pt. > INHALT ----------------------------------------------------------------- - Kommentar 1 Substanz ueber Software - Community-Marketing 2 Der Meister wirkt im Stillen 3 Unsachliches aus meiner Praxis 4 Technische Hinweise: Anmeldung, Abmeldung, Impressum 5 Spottolski: - IPO der Mituh-Dottkomm.AG 6 Links 7 Gegen den Strich gekaemmt Wer nur Spottolski sucht, muss den anderen Kram nicht lesen ... Tschaeckliste auf > KOMMENTAR ----------------------------------------------------------------- Liebe Freunde der baerentatze, Nichts ueber die Bahn, weder hier noch auf den Websites - ob mir nichts mehr einfaellt? Deutsche Bahn, deutscher Fussball - es ist wie mit dem Bruder im Gefaengnis: er geht uns nahe, wir wollen aber nicht darueber reden. Aber das Thema kehrt wieder. Ich wuerde gerne mit ein paar Produkt- designern resp. Innenarchitekten an dem Thema weiter arbeiten. Vielleicht meldet sich einer aus der Leserschaft? Damit die baerentatze kein Witzblatt wird, naemlich der Anteil der Satire am Gesamtvolumen nicht zu gross werde, gibt es die Tschaeckliste von nun ab auf www.baerentatze.de. Damit koennte ich die baerentatze kuerzen: naemlich um einen Hauptartikel. Was meinen Sie? Gegenueber den Ingenieuren war ich in der vorigen Ausgabe etwas ungnaedig - jedenfalls mehr als gewohnt. Ich denke, man ist dem eigenen Stamme gegenueber am schnellsten intolerant. Besserung gelobt Ihr Dipl.-Ing. Oliver Baer > 1 SUBSTANZ UEBER SOFTWARE - COMMUNITY-MARKETING ----------------------------------------------------------------- >--- Was so vollmundig als Community-Marketing daherkommt, ist - wie alles im Marketing - ein alter Hut. Merkwuerdig, dass wir lieber nicht genau hingucken. Das Versandhaus Manufactum, welches an dieser Stelle verdaechtig oft gelobt wird, zeigt mal wieder, wie ein Schritt den naechsten ergibt. Nicht, weil er "zielgerichtet" geplant war. Das Sinnvolle ergibt sich aus Liebe zur Aufgabe sowie aus Respekt vor dem Kun- den. Direkt aus den Hausnachrichten zitiert (sie liegen dem Kata- log bei): Einladung zum Anknuepfen. Wir wollen zukuenftig den Zusatznutzen unserer Internet- seite weiter steigern: Sie soll zur Drehscheibe werden zu moeglichst vielen Qualitaetsanbietern, sei es von Dienst- leistungen, sei es von Waren, in oertlichen, regionalen oder landesweiten Maerkten. Etwa: Wo gibt es detail- und qualitaetsversessene Bauhand- werker? Welcher Schuhmacher repariert kundig rahmengenaeh- tes Schuhwerk? Wo backt ein Baecker Brot, das diesen Namen verdient? Und so weiter, und so fort. Wenn Sie (als Anbieter) in diesem Sinne bei uns anknuepfen wollen, melden Sie sich bei unserem internetverantwortli- chen Mitarbeiter Wolfgang Oster. Im Netz: . Ueber das Networking wird gefaselt, oder man tut es. Ob es sei- nem Anstifter etwas bringt, weiss er vorab nicht. Ob es seinen Kunden und Lieferanten nuetzen wird, folgt aus seiner Unternehm- enskultur. Synergien und Profit stellen sich ein, wenn jeder der Beteiligten etwas mitbringt, auch die Kunden! So haben sich bereits die alten Kaufleute verhalten. Ohne Soft- ware fuer das Customer Relationship Marketing. Es lenkt nur ab vom Wesentlichen, wenn wir erst akribisch erfassen und dann mueh- sam verwalten, was wir an Details ueber unsere Kunden ausbaldo- wern. Lassen Sie doch Ihrem Kunden die Freiheit, treu zu sein. Den Seitensprung muessen Sie nur fuerchten, wenn Ihr Angebot die Aufregung nicht wert ist. Versteckt sich hinter dem Rummel um das CRM nicht die Angst, dem Mitmenschen mal ins Auge zu schauen: "Ja, lieber Herr Meisegeier, wir haetten wohl genauer hinhoeren sollen. Dann haetten wir Ihnen - und uns - eine Reklamation erspart." Stellen Sie sich vor, Microsoft wuerde sagen: "Jungs, irgendwie haben wir was damit zu tun, dass Millionen von Outlook-Benutzern auf die Viren hereinfallen. Was koennen wir fuer unsere Kunden tun?" Microsoft wuerde ein paar Jahrzehnte laenger halten ... Ob Manufactum sein Marketing mit dem Wort Community schmueckt, sei dahin gestellt. Aber wer weiss, vielleicht erkennt man schon daran das wahre Community-Marketing. (ob) __________________________/ Anzeige /____________________________ "Maerkte sind Gespraeche" Darueber laesst sich in einem Workshop reden ________________________________________________________________ > 2 DER MEISTER WIRKT IM STILLEN ----------------------------------------------------------------- ---- Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. (Schiller, Aesthetische Erziehung des Menschen) So war's heuer wieder zu sehen auf der Internet World: Es wird noch bunter und flippiger, die Sites werden dreidimensional, und Kunstpersonen, dummerweise Avatare genannt, betreuen uns 1 zu 1. Vor lauter Eifer, dass keiner was verwechselt - sieht alles so aus wie alles andere. "He, Ihr seid doch alle Individualisten!" "Die Anderen vielleicht. Ich nicht!" Der Sinn einer Messe ist, mit dem Besucher in's Gespraech zu kommen. Wenn aber die Frage "Wie funktioniert'n das?" schon zur Strapaze wird, weil es in der Halle wimmert und knallt wie im Horrorkabinett, bleiben Gespraeche ungesprochen. Nun schreit meist, wer um Argumente verlegen ist. Insofern sind Ausstellungen, von der Hausmesse bis zur CeBIT, ein Spiegelbild unserer Tolpatschigkeit, sinnstiftende Gespraeche anzuzetteln. Der alte Spruch sei ueberholt, habe ich behauptet: "Ich weiss, dass die Haelfte meiner Werbung rausgeschmissenes Geld ist; sagen Sie mir nur: Welche?" In Wirklichkeit seien es 90%. Das plappert inzwischen Einer dem Anderen nach. Aber die naechste Provokation ist unterwegs! Chris Locke, Mitautor der Cluetrain-Sache, tueftelt an einem Buch "Gonzo-Marketing, Winning through Worst Practises". Sinngemaess: Erfolgreiches Marketing, indem man alles verkehrt macht. Was er meint, ist unter anderem dieses: Tun Sie das Naheliegende. Was der Menschenverstand will. Das traut sich kein Mitbewerber, Ihr Risiko ist minimal. Schlimmstenfalls erreichen Sie dasselbe wie bisher, jedoch bei minimalem Aufwand. Wahrscheinlich erschliessen Sie sich komplette Communities, die Sie im gewohnten Laerm bisher nicht bemerkt haben. Dieser Tipp ist kostenlos. Ihr Mut, ihn ernst zu nehmen, ist gleichfalls erschwinglich. Am abgeflauten Boersenwahn wird deutlich: Der Tipp ist sogar bom- bensicher: So gut wie alles, was zur Betaeubung Ihrer Sinne im und ueber das Internet verbreitet wird, ist ueberfluessig oder teuer. Oder beides. Video im Internet, Radio im Internet, 3D und animierte Bildchen sind fast immer Spielereien, die Sinn stiften ... wenn es denn um Spiele geht. Aber Spielen ist gut, ausserdem macht's ja Spass. Stimmt, die Frage ist nur, wer dafuer bezahlt. Beispielsweise als Aktionaer. Oder als Auftraggeber fuer Inter- netanwendungen. Suchen Sie doch zur Abwechslung einen Profi des- sen Arbeit nicht sofort losbruellt: "Guck mal wie cool ich bin!" Einen, der nuetzliche Websites, Datenbankanwendungen und komplexe Ecommerce-Verknuepfungen zustande bringt, unter Verzicht auf saemtliche Maetzchen. Und auf den Boersengang. Im Zweifel sortieren Sie gleich jene aus, die noch an Banner glauben. Als naechstes, wer ohne triftigen Grund mit animierten Bildchen arbeitet, Ton oder Video einsetzt und wer nur die Juser bestimmter Software respektiert. Uebrig bleibt die Stille, die den Fleiss des Meisters be- gleitet. Lassen Sie Ihr Marketing diese Ruhe ausstrahlen. Ihre Kunden geniessen das. Ach ja, Aesthetik heisst: Wahrnehmung der aeusseren Welt durch die Sinne. Ob wir die Sinne ein wenig schonen koennten? (hh) > 3 UNSACHLICHES AUS MEINER PRAXIS ----------------------------------------------------------------- ---- Schueler, die ueber Tisch und Baenke gehen, halten Lehrer und Eltern in Atem. Eine Informationsgesellschaft, die sich in Hyperaktivitaet gefaellt, kann einem genau so auf den Keks gehen. Ich hab mich in Kopenhagen umgesehen. In Daenemark, nanu? Warum nicht in den USA, unserem IT-Leitbild? * Weil das amerikanische Vorbild fragwuerdig ist. * Weil die Daenen im Internet und Mobilfunk weiter sind * Weil Chris Locke zu einer Tagung eingeflogen war. Nichts ersetzt nun mal die Begegnung Auge in Auge, zumal in der virtuellen Oekonomie. Ob 16 Stunden pro Tag am PC nachhaltiger wirken, werden wir ja bald sehen ... Was gabs zu bemerken? Zunaechst, dass Chris und die anderen Amis kein Daenisch konnten. Dass mein Taxifahrer dagegen sieben Spra- chen beherrschte, nicht nur die nordischen. Wir koennen zwar, laut Hegel, aus der Geschichte lernen, dass wir aus der Geschichte nichts lernen koennen. Aber vielleicht beruhigt - angesichts der antikolonialistischen Stimmung vis-a-vis Amerika - der Rueckblick, dass die roem- ischen Eroberer die Kultur der Griechen annahmen. Dann das Event, namens Reboot 3.0, welches in der Torpedohalle stieg, einem Zweckbau der Marine, der die gemeldeten 2000 Exis- tenzgruender und die Sponsoren muehelos aufnahm. Und so kamen sie denn, die Jugendlichen aller Altersstufen, im delikaten Designer- schwarz, das die Daeninnen so vorzueglich kleidet. Die Gruender lauschten aufmerksam, sie fragten bedacht, sie lach- ten gerne und den Tag haben sie mit einer Mordsparty beendet. Was mir auffiel: Die Gelassenheit, mit der diese Daenen sich selbst einschaetzen, und ihre Freude am schoepferischen Dasein. Und wie der Veranstalter die passende Tonart fand. Unsere noerdlichen Nachbarn waren schon auf den Beinen, als wir noch gruebelten ob uns das Internet verdummen werde. Sie geniessen ihre ueberschaubare Betriebsgroesse und sie nehmen sich nicht so ernst. Auch nicht im Fussball. Regiert bei uns nicht eher das Fehlurteil? Und sind wir einen Schuss zu gruendlich? Indem wir zu wenig tun, aber mit Inbrunst, oder zuviel, und zwar geraeuschvoll? Und was die Freude anlangt, verwechseln wir sie nicht mit Spass? Wie waer's, wenn wir was riskierten? Wenn wir so wenig wie moeglich strukturierten. Wenn wir uns lieber bemuehten hinzuhoeren: Was geht den Menschen in unseren Maerkten an die Naehte? Das waere eine eigenstaendige und angemessene Leistung: Bei dem ambienten Laerm tatsaechlich zu lauschen. Indem wir unsere Ver- liebtheit in die Technik zuegeln. Indem wir unsere Probleme mit anderen Mitteln darstellen, beispielsweise gestisch, mit sponta- nen Rollenspielen, mit kuenstlerischen Mitteln. Denn dann fiele uns oefter der Mut zum Originellen zu. Da gibt es noch viel zu erproben. Aber Lernen macht Spass, oder darf ich sagen Freude? (ii) > 4 TECHNISCHE HINWEISE & IMPRESSUM ----------------------------------------------------------------- >--- Bestellen und Abbestellen mit einer leeren Mail an: zum Bestellen zum Abbestellen >--- Redaktionspolitik: >--- Beitraege von Ihnen: Bitte per Mail an: >--- Ihre Wuensche, Anregungen, Ideen: Bitte per Mail an: >--- Impressum: V.i.S.d.P.: baerentatze wird herausgegeben von Oliver Baer Schleissbergstr. 10; D 01896 Ohorn; Deutschland. Tel.:+49 (35 955) 4 00 99 | ob Oliver Baer | ii Isidor Iltis | hh Hortensia Hummel | Namentlich gezeichnete Beitraege stellen nicht die offizielle Meinung der Redaktion baerentatze dar, sondern die ihrer Autoren. Weder die Redaktion noch Oliver Baer uebernehmen eine Haftung fuer die sachliche Richtigkeit der Beitraege sowie daraus resul- tierende Handlungen. Copyright dieser Ausgabe liegt bei Oliver Baer, das der jeweiligen Beitraege bei ihren Autoren. Eine Ver- vielfaeltigung und/oder Weiterverbreitung der baerentatze ist nur komplett, nicht auszugsweise, und nur mit ausdruecklicher Zustim- mung des Autors zulaessig. Fuer unverlangt eingesandte Manuskrip- te wird keine Haftung uebernommen. > 5 SPOTTOLSKI: - IPO der MITUH-DOTTKOMM.AG ----------------------------------------------------------------- ---- Kater Spottolski, von Kummersreuther Ambitionen der juengsten Vergangenheit (wir berichteten) moralisch kaum noch betroffen, schaute einigermassen sueffi- sant drein, als er den folgenden Boersenprospekt in der Redaktion ablieferte. IPO - Introduktive Publike Offerte .................................. Gesellschaft: Mihtuh-Dotkomm.AG (alias Zoff-Community) Sitz: Ohorn (bei Bernds, in der Scheune) Branche: Was sich so ergiebt Segment: Miezen Zeichnungsfrist: Die Kater sehen das nicht so eng Bookbuildingsspanne: Vier bis acht Stiegen Kitekat (Thunfisch) Konsortium: Geteilt wird nicht! Volumen: Was der Markt hergibt, mindestens 1 Stiege/Kater Geschaeftsfeld: Marktluecken, Deals, multiples Zocken Vorgehensweise: Just in Case (JIC), in Stufen a) Geschaefts- feld ausmachen, b) anschleichen, c1) widrigenfalls preisgeben, c2) sonst Consulting (siehe Segment) Hintergrund: Das in traditioneller Internet-Manier in einer Scheune gegruendete Unternehmen pflegt seit Jahr- hunderten die miezenrelevanten Wissenselemente, einiges ueber Maulwuerfe und Maeuse (haben null Chancen). Mihtuh ist positioniert fuer innovatives CRM (Kastomerreleischenschipmaenaedschment), vor- ausgesetzt, die Kater geben ihr Wissen preis. Siehe auch Bookbuildingsspanne und Volumen Management: Rotationsverfahren: King Cat kommt zuerst. Wenn er zu muede ist (was vorkommt, aber selten), herrscht free-for-all, d.h. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Schnelligkeit vor Genauigkeit. ISO 9000 vorgesehen PR: Entgegennahme von Geschenken uebernimmt Spottolski. Wenn keiner hinguckt. Produkte: Imehlwuermer, trojanische Dackel, Nachwuchs Services: Kohabitation, After Sales, After Shave Markt: Kein Problem Wettbewerb: Wieso, alle Kater sind Teilhaber ... Marketing: Zielgerichtetes multisensuales Paeckaedsch-Marke- ting, u.a. Website Jacking, Katzenmusik (OH6), Thunfisch Events, Kratz-Sessions. Volle Pulle. Mittelverwendung: Die Miezen kriegen was ab Planzahlen: 2000/01 2001/02 2002/03 2003/04 -Umsatz s.oben mehr noch mehr Gemeindekasse -Ueberschuss unwahrscheinlich -Ergebnis wird sofort verfruehstueckt IPO Rating: Super, hoffentlich kriegen wir was ab. Wir fragten Spottolski, wie es zu dem Namen Mihtuh gekommen sei: "Weil unser Angebot einmalig ist.! "Und deshalb nennen Sie es me too?" "Sie haben's erfasst. Echt boersenmaessig, was?" "Zweite Frage: das Klima fuer Boersengaenge ist aber mau geworden." "Bei der Hitze sind die Miezen matt, aber das wird schon." "Ist aber gut, dass wir darueber gesprochen haben." "Sehe ich auch so," verkuendete Spottolski und trollte sich. Spekulanten finden weiteres ueber ROI, Marketing und Himbeeren auf: (ii) > 6 LINKS ----------------------------------------------------------------- >--- Die Frauenkirche und die Synagoge Die Dresdner Frauenkirche brannte im Februar 1945 aus, die Synagoge bereits im November 1938. Die Erneuerung der Frau- enkirche wird mittlerweile in der Dresdner Skyline erkenn- bar; fuer die neue Synagoge wurde am 21. Juni der Grund- stein gelegt. Ich finde es nur recht und billig, wenn die Synagoge zuerst eingeweiht wird. Dazu koennen wir beitragen: "Ein Hain von Baeumen soll zwischen Synagoge und Gemeinde- haus ein gruenes, lebendes Bindeglied sein, denn neben ihm ist im Boden der Grundriss der zerstoerten Sempersynagoge eingelassen." Stiften Sie bspw. einen Baum: 3600 DM. Die nuechterne Architektur verdient naeheres Hinsehen: Oder Dr. Claus-Dieter Heinze schickt Ihnen die Broschuere: >--- Das wichtigste am Internet ... ... ist die Email. Ihr Vorzug ist die formlose, spontane, flotte Kommunikation. Jedoch ganz ohne Etikette gibt es Aerger. Selbst kultivierte Diskussionslisten sind nicht gegen diesen Streit gefeit. Vermutlich moechten Sie mit Ihrer Email etwas erreichen, und sei es nur, dass Sie wahrgenommen, oder gar verstanden werden. Im "c't magazin fuer computer technik" gibt es einen vorzueglichen Artikel "Kommunikette" von Gundolf Freyermuth, auch im Netz zu lesen: - den ich allen Geschaeftsleuten ans Herz lege. Freyermuth beschraenkt sich nicht auf die Top 10 Email- Regeln. Wie sich die Gebraeuche hinsichtlich des gespro- chenen und des geschriebenen Wortes veraendern, zumal die Rolle des Handys und der Email, beschreibt er schluessig. Das koennte Ihren Bueroalltag umorganisieren helfen. Mir gefaellt, wer meine Arbeit respektiert. Und sei es nur mit dem Bemuehen, auf meine Beduerfnisse einzugehen. Denn er unterbricht meine Konzentration, sei es am Handy oder mit Emails und ihren suspekten Anlagen. >--- Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut ... ... und Knappheit ist der Kern des Wirtschaftens. c't zaehlt zu den wenigen Abonnements, die ich trotz der Papierflut nicht kuendige. Aus der Nr. 13 zitiert: "Die Oekonomie der Aufmerksamkeit folgt neuen Gesetzen, die radikal anders sind als die des Geldes [...] An deren Stelle treten Werte wie Beachtung, Anerkennung, Beruehmt- heit, Einzigartigkeit und Hype, mit denen die immaterielle Wertschoepfung der Marktteilnehmer verguetet wird." "Aufmerksamkeit ist eine rare, kostbare Ressource; das Ver- langen nach ihr jedoch nicht. [...] Nur wenige haben das Glueck, eine Menge [...] davon auf sich zu ziehen. Die Uebrigen muessen sich mit dem spaerlichen Rest zufrieden geben, was den Wettbewerb um Aufmerksamkeit verschaerft." Auch das Interview mit Michael Goldhaber ist im Netz: >--- Diskussion mit den Lesern von brand eins Populaere Themen in der Diskussionsliste sind die Ethik des Marktes, der Umgang mit der Zeit, ob und was Marketing mit Kunst zu tun habe und neuerdings die Vorbereitung des ersten gemeinsamen Workshops. Die elektronische Diskussion weckt die Vorfreude auf eine persoenliche Begegnung. Um a jour zu sein, muessen Sie nicht mitreden; es genuegt, mitzulesen. Sie melden sich mit einer leeren Mail an: Oder Sie besuchen diese Adresse: - Klicken Sie die Taste: "Anmelden brandeins". Im Formular koennen Sie statt Namen Pseudonym eintragen und ihre Emailadresse. Unter "Status" koennen Sie die Option "Digest" waehlen. Dann gibt es statt der Einzelbeitraege eine taegliche Zusammenstellung. Abmelden ist noch einfacher. Und wenn es Schwierigkeiten gibt, wenden Sie sich an . Dann helfe ich Ihnen durch die Anmeldeprozedur. >--- Und auf den Websites baer-coach.de und baerentatze.de: Ist Marketing eine Kunstform? Vorderhand natuerlich nicht. Aber man kann es so sehen. Unter welchen Bedingungen? Warum Konzerne nicht auf ihre Kunden eingehen (koennen). Paraphrase auf Chris Locke's Beitrag in Kopenhagen: Chefs sind nicht mehr gefragt. Besonders in der mittleren Fuehrungsetage wird es eng. Aber auch an der Spitze. Nicht Computer-Fertigkeiten, sondern menschliche Waerme wird zur Schluesselqualifikation. Ob Sie fuer das Community-Marketing reif sind, ueber- pruefen Sie mit der neuen Tschaeckliste: (ob) > 7 GEGEN DEN STRICH GEKAEMMT ----------------------------------------------------------------- ---- Ist Information eine Dienstleistung, oder ein Produkt? Weder noch. Information wurzelt im Verb "formieren". Informieren heisst zu gestalten. Wenn du mir etwas sagst, das meinen Geist erweitert, hast du mich gestaltet. Wir sind Autoren fuer einander. Das ist am Gespraech wohl das wichtigste. Wir verschleudern den Wert der Information, indem wir sie als Huelse fuer "Content" gebrauchen. Ein Wort, das wir in diesem Zusammenhang noch vor zehn Jahren nicht kannten. Vorsicht, es sind recht reaktionaere Kraefte unterwegs, die uns das Authentische und das Menschliche verwehren wollen. (Doc Searls) ----------------------------------------------------------------- >--- b a e r e n t a t z e ------------ das waer's fuer heute -----------------------------------------------------------------