----------------------------------------------------------------- >--- b a e r e n t a t z e Oktober 2000 ----------------------------------------------------------------- >--- der wirklichkeitsnahe Brief >--- zur Praxis und Ethik des Marketings in der Neuen Oekonomie Deutsche Bibliothek ISSN 1438-4914 (Archiv) Jahrgang/Ausgabe/Datum 2 / 6 / 11.10.2000 Frequenz max. 10 Ausgaben pro Jahr Preis gratis Herausgeber Dipl.-Ing. Oliver Baer Homepage http://www.baerentatze.de Waehlen Sie Courier fuer gleichmaessiges Zeilen-Layout > INHALT ----------------------------------------------------------------- - Zu dieser Ausgabe 1 Verstehen Sie Jack Welch? 2 Best Practices - Ueber das Gonzo Marketing 3 Nachlese, Vorschau, Lesehilfen 4 Sie planen eine eigene baerentatze? 5 Technische Hinweise: Anmeldung, Abmeldung, Impressum 6 Spottolski - Keine Katerstimmung bei der Zoff-Community 7 Links - ausgesuchte Sites im Internet 8 Meckerecken im Internet 9 Gegen den Strich gekaemmt: Teamfaehigkeit > Zu dieser Ausgabe ----------------------------------------------------------------- "Selig ist, wer nichts zu sagen hat, und trotzdem schweigt" Liebe Leser, Spottolski strunzt nicht mit Abonnentenzahlen. Sein Ehrgeiz gilt der spontanen Besetzung von Nischen, die von den benachbarten Katern im Markt uebersehen, jedenfalls kurzfristig nicht aus- reichend bewacht werden. Zoff sei das Wesen des Marketings, sagt er, und zwischendurch muesse er schlafen. “Carpe Diem” im Sinn, findet er weiterhin unerprobte Schlafplaetze in meinem Buero. Mit meiner Feier zur ersten runden Abonnentenzahl stehe ich daher alleine, es sei denn, Sie gucken in das Naehkaestchen das ich zu diesem Anlass oeffne: "Sie planen eine eigene baerentatze?". Wie lange, bis die baerentatze etabliert war? Rechtfertigt der Nutzen den Aufwand? Welche Fehler werden bei der Abonnentenwer- bung gemacht? Gibt es eine Erfolgsformel fuer Newsletter? Star dieser Ausgabe ist Jack Welch, ein Mann der mit viel Fleiss gehasst und bewundert wird, und ein Mann der Alten Wirtschaft, der die Grauzone zur Neuen muehelos durchquert. Ihn unterschae- tzen kann nur, wer nicht mitbekommen hat, wie schnell General Electric daran ging, das Internet zu begreifen. Mit leidlichem Englisch und der Bereitschaft zum Staunen klicken Sie die Adresse des Interviews an, das Fortune Magazine mit Jack Welch und Scott McNealy gefuehrt hat [a]. Freude an der Lektuere wuensche ich, und dass Sie die baerentatze nicht fuer eine unselige Sache halten, Ihr Oliver Baer Das Kurt Sowinetz-Zitat verdanke ich der Berliner Salz- kommunikation, ebenfalls Herausgeber eines Newsletters [b]. > 1 Verstehen Sie Jack Welch? ----------------------------------------------------------------- ---- Jack Welch ist der Chef von General Electric. Sein Konzern ist ein Boersenstar der Alten Wirtschaft. Jack Welch tut, was er sagt. Sein Konzern wird bald aus- schliesslich direkt an die Endkunden verkaufen. Woertlich sagt Welch: "Wir brauchen niemand zwischen uns und dem Kunden ... Viele dieser Startups wollen den traditionellen Handel entfernen und sich selbst als Broker im Zentrum zwischen Anbieter und Endkunden etablieren. Unsere Aufgabe ist es, dieses Zentrum in Luft aufzuloesen." [a] GE wird wohl das erste Altunternehmen sein, das im eCommerce mehr Umsatz macht als durch die gewohnten Kanaele. Trotzdem muss Frau Meisegeier auf ihre massgeschneiderte Kueche nicht verzichten. Im Gegenteil, den lavendelfarbenen Kuehlschrank wird sie per Maus- klick anlaesslich einer ausfuehrlichen persoenlichen (!) Beratung am Handy erwerben. Jack Welch hat das wichtigste am Internet genau verstanden, obwohl seiner Vision vorlaeufig noch vieles im Wege steht: 1. Noch tummeln sich zu Wenige im eCommerce, jedenfalls in Mitteleuropa. Ganze Voelkerscharen sind uns da voraus, seltsamerweise dieselben, die dem Euro nicht trauen. 2. Der Frauenanteil im Internet ist hierzulande kaerglich. Im Gegensatz zu Skandinawien und Amerika. 3. Den Zahlungsverfahren sieht man noch nicht an, was mit unserem Geld auf welche Weise geschieht. Den Durchbruch werden mobilfunk-gestützte Verfahren schaffen. 4. Letzter Hemmschuh ist unser Umgang mit dem Internet. Der wird sich auf zweierlei Weise aendern: Zum einen werden die Handy-Telefone der 3. Generation, und mit ihnen die Westentaschencomputer, einen gewaltigen Schub neuer Netzbuerger gebaeren, zumal Jene, die keinen PC wollen. Zum anderen werden wir selber etwas dazutun, im eigenen Unter- nehmen, denn auch wir sind Nutzniesser einer reibungsarmen Infrastruktur. Dazu mache ich einen Vorschlag, zu dem sie nicht die Groesse der GE benoetigen. [c] Einstweilen tun wir gut daran, unseren Mitarbeitern die Angst zu nehmen, sie riskierten ihren Arbeitsplatz, wenn sie sich auf das Netz einlassen. Wir werden viele, faehige Menschen benoetigen, weil der Computer eines niemals koennen wird: Dem Kunden mit Herz und mit Geistesgegenwart zu begegnen - mit Waerme. Fuer hohe Gehaelter, sprich hohe Preise unserer Leistungen gibt es nur eine Rechtfertigung: Dass wir etwas Einmaliges leisten. Nichts aber ist einmalig, ausser dem persoenlichen Dienst am Kunden - der ist jedesmal ein neues, unverwechselbares Ereignis. General Electric's Kunden werden waehrend der Beratung auf dem Bildschirm ihre Kueche wachsen sehen. GE wird Abertausende von freundlichen, kompetenten Menschen am Telefon beschaeftigen. Wenn GE es schafft, diese Binsenweisheiten ueber das Lippenbekenntnis hinaus zu er-leben. Der Einzelhandel steht vor einer Revolution. Er wird sich neu erfinden. Er wird gastfreundlich sein und Erlebniswelten wie am Mittelmeer bieten. Offene Laeden braucht er, und zwar zu den Uhr- zeiten wenn die Menschen bummeln koennen. Und Innenstaedte, wo sie flanieren moechten. So gesehen, ist in vielen Staedten das Ende des Einzelhandels eingelaeutet. Denn Jack Welch wird Nachahmer finden. (hh) __________________________/ Annonce \____________________________ Ignorieren Sie diese Anzeige __________________________ ____________________________ \ Annonce / > 2 Best Practices - Ueber das Gonzo Marketing ----------------------------------------------------------------- ---- Den Gonzo-Journalismus kennt man, es ist ein empfindlich subjektiver, aber engagierter Journalismus. Demnach waere Gonzo-Marketing, wenn man sich nichts gefallen laesst. "Man" waeren dann Alle, die zum Sein oder Nichtsein eines Unter- nehmens beitragen, also vom Kunden bis zum Lieferanten, und mittendrin unsere Mitarbeiter. Dass das Marketing seinem Ende entgegenfeiert, daemmert den Fach- leuten bereits. Obwohl in den Fachblaetteren noch munter geschwa- felt wird. Weiterhin wird fuer das Marketing zu viel Geld verpul- vert, aber es gleicht einem tanzturnier auf Mount St. Helens - das Marketing als Extremsport der Wirtschaft. Bis irgendein kuehner Konzern-Controller als Erster die komplette Marketingabteilung ausgliedert, und bald vergisst, ihr noch Auf- traege zu erteilen. Spaetestens dann ist in der Branche die Party vorbei. Die Gonzo-Anbieter probieren einstweilen die Umkehr auf eigene Faust: 'Erfolgreich sein, indem man alles falsch macht.' ist der Untertitel zu Gonzo Marketing, Chris Locke's naechstem Buch [d]. Falschmachen - aus der Sicht des Gewohnten. Wo uns das Unerwar- tete auf dem falschen Fuss erwischt ... und zum Mitmachen reizt. Manche halten es jetzt schon so: Kundendienstler Peter Seebach verwendet keine Formbriefe. Sogar 'Hey, Sie haben mir Ihre Kundennummer nicht genannt!' tippt er jedesmal neu. "Ich breche saemtliche Regeln," sagt er: "Manchmal fluche ich sogar. Ich merke doch, da ist Einer, der muss die Sau rauslassen. Der muss spueren, es macht mir nichts aus, wenn er von unserer Scheiss-SCSI-Steuerung spricht. Ich zieh' auch mal unsere Hotline durch den Kako. Ich sag in einer Email 'Warten Sie, darueber muss ich nachdenken.' Was ich tue, ist spontan. Und die Kunden moegen mich." [e] Die Kunden vertrauen der Echtheit, die er ausstrahlt. Oft kopiert - nie erreicht, Aufrichtigkeit kann man auf die Dauer nicht schauspielern. Er sagt auch mal: "Sie, das klappt nicht," und er verliert keine Kunden. Im Gegenteil, es spricht sich herum: "Mit diesen Leuten kannste reden. " Aber Vorsicht: Nicht, dass er das Gegenteil dessen tut, was ihm in Seminaren zur Reklamatiomsbearbeitung eingebimst wurde, macht ihn zum Wertschoepfer seines Unternehmens. Sondern, und bitte langsam mitlesen: Weil er das Gegenteil tun DARF, schwimmt er sich frei. Seine Kunden hoeren die Stimme eines Menschen, sie fuehlen sich wohl und kochen gemeinsam mit ihrem Lieferanten eine Loesung aus. Radikal, sagen Sie? Zu extrem? Gonzo wohnt in der gemaessigten Zone, zwischen der Servicewueste ("Sie sind aber der Erste, der sich beschwert") und dem Skripten- gletscher der Callcenter ("Unser Haus sieht Sie, den Kunden, an erster Stelle"). Mit dem Gonzo-Marketing werden wir uns laenger beschaeftigen. (ii) > 3 Nachlese, Vorschau, Lesehilfen ----------------------------------------------------------------- >--- Verweise, Links, Fussnoten Verknuepfungen zum Internet (Links) werden von nun ab wie Fuss- noten - mit Buchstaben [x] - gekennzeichnet. Im Abschnitt "Links - ausgesuchte Sites im Internet" steht jeweils der Adresslink. So sind alle Links kompakt zusammenge- fasst. Hoffentlich gefaellt Ihnen diese Loesung. >--- Archiv Spottolskis Beitraege, die Tschaecklisten und die Unsachlichkei- ten aus meiner Praxis sind jetzt kategorisiert. >--- Freier Wille Verschoben ist die Eroerterung, auf wieviel freien Willen seitens der Mitarbeiter das Management bauen darf. Sie moechten das Thema offenbar knackiger, daran arbeite ich. >--- Neobraune Wie eine bleierne Ente geschwommen ist mein Vorschlag zum Umgang mit den Neobraunen. Christian Persson, Chef des c't magazins, meint die Leser wuerden derlei Initiative beim Spiegel oder Stern respektieren, nicht aber von einem Fachblatt erwarten. Hat die baerentatze ihre Zustaendigkeit ueberschritten? >--- Unsachliches aus meiner Praxis Diesmal auf dem baerentatze-Website [f] >--- Abo-Neuanmeldungen verloren gegangen Durch einen User Error - d.h. der Anwender blickt nicht durch - ist ein Stapel Neuanmeldungen geloescht worden. Spottolski weist jede Schuld von sich. Dann muss ich es gewesen sein. Die Betrof- fenen moegen sich bitte noch einmal anmelden. Peinlich, sowas. (ob) > 4 Sie planen eine eigene baerentatze? ----------------------------------------------------------------- ---- Die baerentatze begann im Juli vorigen Jahres mit 50 Abon- nenten, diesen August waren es ueber 500. Keine bedeutende Zahl, jedoch sind offenbar mehr als die Haelfte der Leser Meinungsfuehrer. Was immer das heissen mag ... Die baerentatze begann als Versuch. Der Marketing-Coach in mir wollte aus eigener Anschauung wissen: Was spielt sich zwischen dem Anbieter und seinen potentiellen Kunden ab, wenn er seinen Eigennutz in den Schatten kostenloser Vorleistungen stellt? Das ueberraschende Ergebnis finden sie in jeder neuen baerentatze und auf meinen Websites. Die praktischen Folgen fuer mich sind Auftraege, die reizvoller sind als frueher, und die Projekte zur Entwicklung und Redaktion von Newsletters und Diskussionslisten fuer Kunden wurden zu einem unverhofften neuen Aufgabengebiet. Im Englischen nennt man so etwas "serendipity", die Faehigkeit, Unerwartetes per Zufall zu entdecken. Manche Kunden plagen sich in ihren traditionellen Maerkten, und koennten in dieser Weise auf Luecken stossen, wo sie ihre Faehigkeiten besser oder auch nur ertragreicher entfalten wuerden. Also, da sich geteiltes Wissen verdoppelt: 1. Nach den ersten 70 Abonnenten habe ich die aktive Leser- werbung eingestellt. Das weitere Wachstum geschah dennoch geometrisch, nur infolge indirekter Werbung. Mit massiver Werbung waere schnelleres Wachstum moeglich, aber der Versuch war mir wichtig: Spricht sich so etwas von alleine herum? 2. Auf Mengenwachstum habe ich wenig Wert gelegt. Vorsichts- halber waren mir die Trauben des Riesenerfolges zu sauer. Aber beim Essen kam der Appetit. Und die Sorge, dass die Verwandtschaft der Leserinteressen gewahrt bleibe. Deshalb wird das Abmelden leicht gemacht und an prominenter Stelle jeder Ausgabe daran erinnert. 3. Leserfluktuation ist sicher gesund, zuviel Lesertreue kann auch Apathie bedeuten. Der geringen Zahl der Abmelder steht allerdings eine unbekannte Zahl von Mitlesern gegenueber. 4. Die baerentatze wurde innerhalb einer Community - in Gestalt einer sogenannten Diskussionsliste - entwickelt. Sie entsprach nicht einmal meiner Zielgruppe, doch haette ich auf ihren Zuspruch nicht verzichten koennen. 5. Etabliert war die baerentatze nach vier bis sechs Ausgaben, gemessen am Zuspruch der Leser. 6. Dass ich Neuabonnenten auffordere, ihre Anmeldung zweifels- frei zu bestaetigen, hat mich Leser gekostet, naemlich die fluechtigen Anmelder. Dafuer blieben die Abmeldungen gering. 7. Der Aufwand ist erheblich. Je Ausgabe laeppern sich fuenf bis acht Tagewerke zusammen. 8. Es gibt keine Formel, die es wert waere, abgekupfert zu werden. Jeder Newsletter ist im kleinen, was ein spezial- isiertes Print-Magazin in der Welt der grossen Medien dar- stellt: Ein anspruchsvolles, eigensinniges Wesen. 9. Spottolski ist fuer viele Leser der beste Grund, die baer- entatze zu beziehen. Wofuer ich gar kein Verstaendnis habe. 10. Dass ich wenig Eigenwerbung betreibe, macht die baerentatze verdaulicher, schon weil sie die anderen Anbieter nicht lassen koennen. Da ich so brav war, darf ich mir gleich widersprechen und rund heraus bekannt geben: Ja, Sie koennen mich mieten. Wenn ich in Ihrer Branche, Ihrer Region, in Ihren Communities nicht bereits ein aehnliches Projekt betreibe, koennen wir uns ueber Ihren Newsletter und Ihre Diskussionsliste verstaendigen. Oder ueber ein Coaching. Ende der Werbung. (ob) > 5 Technische Hinweise und Impressum ----------------------------------------------------------------- >--- Bestellen und Abbestellen mit einer leeren Mail an: zum Bestellen zum Abbestellen >--- Redaktionspolitik: >--- Beitraege von Ihnen: Bitte per Mail an: >--- Ihre Wuensche, Anregungen, Ideen: Bitte per Mail an: >--- Diskussion, mit den Lesern von brand eins: >--- Impressum: V.i.S.d.P.: baerentatze wird herausgegeben von Oliver Baer Schleissbergstr. 10; D 01896 Ohorn; Deutschland. Tel.:+49 (35 955) 4 00 99 | ob Oliver Baer | ii Isidor Iltis | hh Hortensia Hummel | Namentlich gezeichnete Beitraege stellen nicht die offizielle Meinung der Redaktion baerentatze dar, sondern die ihrer Autoren. Weder die Redaktion noch Oliver Baer uebernehmen eine Haftung fuer die sachliche Richtigkeit der Beitraege sowie daraus resul- tierende Handlungen. Copyright dieser Ausgabe liegt bei Oliver Baer, das der jeweiligen Beitraege bei ihren Autoren. Eine Ver- vielfaeltigung und/oder Weiterverbreitung der baerentatze ist nur komplett, nicht auszugsweise, und nur mit ausdruecklicher Zustim- mung des Autors zulaessig. Fuer unverlangt eingesandte Manuskrip- te wird keine Haftung uebernommen. > 6 Spottolski: - Keine Katerstimmung bei der Zoff-Community ----------------------------------------------------------------- ---- Um die Mituh-Dottkomm.AG ranken sich Gerueche. Sie gedeihen in der heissen Luft des Boersenganges (wir berichteten). Spottolski, der fuer diverse Katerideen freiberuflich schon mal zu Diensten steht, kam zum Plausch in die Redaktion. b: Man hoert zwar viel von der Mituh-Dottkomm.AG, aber wenig ueber konkrete Geschaefte. Woran liegt es? Spot: Die Kunden fluktuieren. b: Wohin fliessen sie denn? Spot: Der Markt ist in Bewegung, das ist voll normal. b: Koennen Sie das fuer Leser aus der Old Economy uebersetzen? Spot: Das heisst: Normalerweise blickt kundenmaessig gesehen keiner durch, wo der Hase im Pfeffer liegt. b: Von Gewuerzen war bei Ihrem IPO aber keine Rede. Diversifi- zieren Sie bereits, um neue Investoren anzuwerben? Spot: Nein, wir vertreten eine klare Linie. Aus unserer Road- show koennen wir eine positive Bilanz ziehen, und sobald wir heraushaben, was das ist - eine positive Bilanz - folgen zielgerichtete Schritte in eine positive Richtung. b: Das beantwortet so manche Frage. Wie geht's Ihrem Verkauf? Spot: Blendend, wir haben soeben die zweite Zeichnungsrunde mit den Finanziers beendet. b: Wir meinten den Verkauf Ihrer Services. Spot: Ach die. Wie gesagt, wir fokussieren auf die Distribution von Konspirationen sowie die Generierung originaerer Geruechte. b: Ordinaerer Gerueche? Spot: Sag ich doch. Affengeil. b: Daher ihre Marktbeobachtung, die Sie eigenpfoetig am Fisch- teich vornehmen? Wir haben Sie dort oefter gesehen. Oder meditieren Sie dort? Spot: No comment. Klar ist, seit Bill Gates konspiriert um aus PCs Toaster zu machen - respektive umgekehrt, das steht noch nicht fest - haben wir, die Zoff-Community, das Licht gesehen: Im Trueben zu fischen hat Zukunft! b: Wo zum Beispiel? Spot: In braunen Saucen, paedophilen Brackwassern, Oekosteuer- schlammschlachten - der Markt ist unendlich ... b: ... wird aber bestens bedient, von Medien, Politikern, Chats im Internet. Haben Sie da noch ein As im Aermel? Spot: Nur soviel: Bill hat Kontakt mit uns aufgenommen. b: Das halten wir aber fuer'n Geruecht! Spot: Es funktioniert. b: Planen Sie auch Iwaents, Sehls Promoschens? Spot: Den Mihtuhsday, am ersten Dienstag des Monats. Mund-zu- Mundbeatmung der Miezen mit Vapourware. Die Weitergabe erfolgt viral, "Unter dem Siegel der Verschwiegenheit", das ist total klassisch. Chatrooms sind eine matte Sache. b: Sie sind voller Begeisterung ... Spot: ... Von Katzen lernen, heisst Siegen lernen! sage ich immer. Das Internet ist nicht da zum Knetemachen, sondern zum Zoffmachen. Davon verstehen wir was. b: Und wovon leben Sie? Spot: Von Maeusen, Maulwuerfen, Muschi-Huschi-Dosenfutter. Wieso? b: Sie wollen keine Gewinne machen? Spot: Wir leben, um zu dienen. Wer mag da an den Mammon denken? b: Nicht die Zoff-Community? Spot: Nicht die Zoff-Community! b: Das ist schwer glauben. Spot: Sie sehen, wir haben unseren idealen Markt gefunden. Noch ist Polen nicht verloren. Einem Geruch zufolge kaufen die Kater jetzt eigene Aktien auf. Wir bleiben am Ballon. (ii) > 7 Links - ausgesuchte Sites im Internet ----------------------------------------------------------------- >--- [a] Jack Welch Das Interview mit Jack Welch und Scott McNealy in Fortune Magazine, hier Abschnitt 2 von 6: >--- [b] Salzkommunikation Sehr intelligente Leute. Sie zitieren mich. Ebenfalls Herausgeber eines Newsletters. >--- [c] Wie wir unsere Mitarbeiter für die Neuzeit flottmachen - eine legitime Abkuerzung Ein zweiteiliger Vorschlag, mit dem Sie Ihr Unternehmen von heute auf morgen a jour bringen. >--- [d] Gonzo Marketing - Winning Through Worst Practises, Chris Locke's naechstes Buch, Die Vorveröffentlichung des 1. Kapitels >--- [e] Cluetrain-Diskussionsliste Einschreiben zur Diskussion mit einer leeren Mail: >--- [f] Der passende Ton im Newsletter Unsachliches aus meiner Praxis, diesmal im Web: >--- [g] Vocatus Das neue Verbraucherportal - von dem auch die Anbieter etwas haben. >--- [h] Cluetrain-Manifest in der deutschen Uebersetzung: >--- Kontaent Maenaetschment Die neue Tschaeckliste als aktive Lebenshilfe fuer Ihr Unternehmen. Spitzen Bleistift bereithalten. >--- Was geht uns die Boerse an? Ueber den Dampfdruck und das Klima in alter und neuer Wirtschaft >--- Spottolski Umfrage zum face-to-face Marketing Eine Kompjuta-Erhebung, zu deutsch Fensterbrettfrage >--- Webdesign Respektvolles Webdesign: Was auf mittelständischen Sites gruendlich falsch laeuft. >--- Ein genialer Newsletter Klaus Arnhold verdanke ich mal wieder den schoensten Tip: "Legendaer, der kuerzeste Newsletter, den ich je bezogen habe". Hier ist er: Hallo liebe Freunde von Rudis Duenen Imbiss! Dieses Wochenende kann einer von Euch bei uns fuer DM 50,- gratis futtern oder anderes aus unserem Angebot bekommen. Schaut ins Gaestebuch! Unter Eintrag Nr. 79 steht wie es gemacht wird! Viel Spass und viel Glueck! Viele Gruesse von der Kueste vom Timmendorfer Strand. Ihr Team von Rudis Duenen Imbiss Rudi und Christa Dieser Website ist der lebende Beweis, dass auch eine schauderhafte Gestaltung zum Ziel fuehrt, wenn der Inhalt von der Leber weg geschrieben ist: >--- Wenn schon Werbung fuer einen Newsletter: ------------------------------------------------------------- ADVERTISEMENT This is the greatest electronic newsletter ever created. If you think so too, it's free. If you don't think so, the annual subscription rate is $1000. To subscribe (or unsubscribe) send a blank message to egr-subscribe@topica.com (or to egr-unsubscribe@topica.com) - or just go to: http://www.rageboy.com/sub-up.html No Animals Will Be Harmed in the Making of This Subscription. ------------------------------------------------------------- EGR ist aber nur fuer Leser mit guten Nerven. >--- Kaufen Sie Email-Adressen - wenn sie zuviel Geld haben Massiven Aerger handelt sich ein, wer E-Mail-Adressen kauft oder mietet. Nanu, aber das ist doch die Grundlage des Direktmarketings? Ja, aber nicht im Internet. Bevor Sie es trotzdem tun, lesen Sie Klaus Arnholds recht kurze und rabiate Abrechnung mit den Praktiken, die daraus entstehen, und wie Sie dabei Kopf und Kragen riskieren: Gelten die bewaehrten Marketingregeln in der baerentatze aber auch gar nichts mehr? Doch, nur haben sich die Zeiten geaendert, in ihrem Gefolge ist ein neues Medium entstan- den, das Internet, und auf dieses treffen alte Regeln durchaus zu. Und zwar sehr alte Regeln, die der griechischen Agora, des Marktplatzes, oder des Basars. Von Direktmarketing war da keine Rede. Direkter ging's naemlich nicht mehr. (ii) > 8 Meckerecken im Internet ----------------------------------------------------------------- ---- Wenn einmal das pralle Leben mit den Worten des Propheten uebereinstimmt, gilt dieser als smart. Und er macht sich unbeliebt. Sei’s drum ... aber lesen Sie selber. Die Marktforschung Forrester hat von den Amerikanern erfahren, dass sich mehr als die Haelfte der Online-Kaeufer bei anderen Verbrauchern informieren, bevor sie Geld ausgeben. "Die Teppiche von Ali Hassan kannste vergessen. Ausserdem knuepft sie Mohammed massgerecht fuer dein Zelt." Nun haben wir den Beweis. Meinungsportale wie Ciao und Dooyoo, wo sich - wer weiss? - auch Ihre Kunden austoben, sind nicht laenger die Spielwiese der Meinungsfuehrer und fruehen Nachahmer. Warum beschweren sich die Leute nicht direkt beim Hersteller? Das tun naemlich nur 2%. Sollte Ihnen jetzt ein bisschen klamm ums Herz werden, stimmen immerhin die Reflexe noch. Eine Beschwerde macht viel Muehe. Wenn Martha Meisegeier schon ahnt, wie man sie abschmettern wird - "Sie behaupten also, es funktioniert nicht" - laesst sie's lieber sein, kauft woanders und zerfetzt sich das Maul, wo man ihr zuhoert. Im statistischen Durchschnitt sagt es der Unzufriedene elf weiteren Personen, der Zufriedene aber nur vier. Auf diese Binsenerkenntnis wurde bereits zur Hochzeit von Kanaan unfroh reagiert. Wie ich in meinen Werkstattgespraechen bemerke, spricht sie sich trotzdem herum. Aber nur Wenige ergreifen die Chance, die ihnen eine schlafmuetzige Konkurrenz Tag fuer Tag bietet. Deshalb gibt es nun Vocatus, das neue Meinungsportal: Fuer 5€ pro Beitrag (fuenf Euro) leitet Vocatus die eingehenden Beschwerden an das betroffene Unternehmen weiter, beispielsweise an Sie [g]. Was so preiswert aussieht, ist aber ein teurer Spass, denn nun fischen Sie das Kind aus dem Brunnen. Billiger ist der vorbeugende Plausch mit den Meisegeiers . Vocatus vermutet sinnigerweise, dass die Anbieter in zwei, drei Jahren ihre Beschwerdeprozeduren selber digitalisiert haetten. Wenn die Anbieter klug sind, blaettern sie derweil im Cluetrain- Manifest und finden daselbst: "Menschen erkennen einander am Klang ihrer Stimme." und teilen meinen Zweifel, ob uns die Leute ernst nehmen, wenn wir uns hinter digitalisierten Beschwerde- verhuetungsmitteln verstecken. Gespraeche mit Menschen sind und bleiben - nun ja - eine Aufgabe fuer Menschen. Besser waere die Erinnerung, wie sich Menschen verstaendigen. Die Software, die wir zu benoetigen glauben, lenkt uns nur ab. Wir sind zu feige, dem Kunden ins Auge zu sehen. Die Sache hat einen Pferdefuss. Ihre Mitarbeiter reden mit den Kunden naemlich nicht offener, also von Herzen, als Sie es mit Ihren Mitarbeitern tun. Viele Kunden lassen sich einmal ueber den Tisch ziehen, Einige bringen es fortwaehrend fertig, aber auf die Dauer Alle zum Affen zu machen, kommt teurer als der ernsthafte Versuch, Ihre Unternehmenskultur zu entdecken und zu pflegen. Das war schon immer so. Neu ist nur, siehe Forrester, dass die Leute viel wirksamer miteinander reden als zu Zeiten der Massen- medien, als die sich Menschen zu Sofakartoffeln machen liessen, siehe nochmals Cluetrain [h]. Im Geschaeftsleben, im business to business, liegen die Dinge natuerlich ganz anders. Da haben wir aber Schwein gehabt! (ob) > 9 Gegen den Strich gekaemmt ----------------------------------------------------------------- >--- In aller Munde ist die Teamfaehigkeit von Mitarbeitern, ein offenbar so flatterhaftes Talent, dass es ermuntert sein will. Etwa durch Moeblierung der Zone um die Colaautomaten? "Was heisst da Zusammenarbeit? Die trinken zusammen Kaffee, und das klappt ganz gut." Hier wiedergegeben, mit Dank an Mara Kurotschka. (ob) ----------------------------------------------------------------- >--- b a e r e n t a t z e ------------ das waer's fuer heute -----------------------------------------------------------------