----------------------------------------------------------------- >--- b a e r e n t a t z e September 2001 ----------------------------------------------------------------- >--- der wirklichkeitsnahe Brief >--- zur Praxis und Ethik des Marketings in der Neuen Oekonomie Deutsche Bibliothek ISSN 1438-4914 (Archiv) Jahrgang/Ausgabe/Datum 3 / 4 / 30. September 2001 Frequenz circa 6 Ausgaben pro Jahr Preis kostenneutral, keineswegs umsonst Herausgeber Dipl.-Ing. Oliver Baer Virtueller Verlagsort: http://www.baerentatze.de Waehlen Sie Courier fuer gleichmaessiges Zeilen-Layout. Die Existenz anderer Geschlechter als des maskulinen haelt die Redaktion fuer nicht ausgeschlossen. Bis zum Nachweis des Gegenteils verzichten wir auf Suffixe wie "innen", da wir eh stets saemtliche Geschlechter meinen. > Inhalt dieser Ausgabe ----------------------------------------------------------------- - Kommentar - uber die Folgen des Septembers im Marketing 1 Hinterfragungen - In besinnlicher Stimmung Mitarbeitern vorzulegen 2 Denkmale - Was ploetzlich im Marketing zeitgemaess ist 3 English as she is spoken - Blamieren Sie sich ruhig, nur mit dem echten Denglish! 4 Ueber den therapeutischen Wert der Verben - Neue Tipps zur Email im Geschäftsleben 5 Kostenloskultur - am Ende? - Am besten man gibt gar nichts preis 6 Unsachliches aus meiner Praxis: - Gute Newsletter, gibt's die? 7 Technische Hinweise und Impressum 8 Caveat emptor! oder: Kunde, pass gefaelligst selber auf! - Spottolski guckt auf Fussball 9 Gegen den Strich gekaemmt - Marketing ist schon irgendwie echt kuhl > Europa, im September 2001 ----------------------------------------------------------------- Liebe Leser der baerentatze, Die Haendler in der citta murata - das ist das ummauerte Zentrum der Seidenstadt Como - schmuecken ihre Schaufenster alle paar Tage auf's Neue. Weil sie etwas Schoenes zu verkaufen haben, und weil sie verstehen, worum es geht, wenn man einen Laden hat. Oder eine Website. Das Leben hat offenbar doch mit Kunst zu tun. Auch mit Dummheiten, die in chauvinistischen Tunnels gezuechtet werden, so wie Champignons. Damit kennt sich Europa aus und wir sollten unsere amerikanischen Cousins erinnern, dass nicht jeder Unfug wiederholt werden muss, um valide Geschichte zu werden. Aber bekanntlich lehrt uns die Erfahrung, dass wir aus Erfahrung kaum klueger werden. Dabei gibt es im Gefolge der Anschlaege auch Impulse zu melden, deren Drehmoment ungewoehnlich hoch ausfaellt: Im Marketing werden jetzt nicht nur die Kulissen verschoben, da werden ganze Stuecke neu inszeniert. Man weiss zwar noch nicht: Bleiben wir in Deckung, bis der Spuk verraucht ist - und dann gehts weiter wie bisher? Beginnt eine Epoche der Neuen Beschei- denheit? Oder lassen wir uns diesmal nicht ablenken und kriegen erst einmal heraus, wer wir sind, was das Theater auf dieser Erde bedeutet, und welche Rolle jedem zukommt? Sehen Sie unter "Hinterfragungen", was die Vordenker bereits an- zetteln. Und lassen Sie sich unter "Denkmale - Was ploetzlich im Marketing zeitgemaess ist" zum Wahrnehmen der Symptome anregen. Aendert die Gesellschaft ihren Kurs? Dann wird in den Unternehmen nicht nur das Marketing durcheinander gewirbelt. Im Umfeld der baerentatze jedenfalls beteiligen wir uns an der Rezession nicht. Wir pruefen neuerdings auch die Option Fliegen (mit Sicherheitshysterie) gegenüber dem Bahnfahren (mit Zuspaet- komm-Garantie). Und was die bona fide Anfragen zur Revision und Neukonzeption Ihres Marketings angeht, so sehen wir diesen mit Freude entgegen. Es gibt viel zu tun, fangt schon mal an, hiess es in den Siebzi- gern. Sprueche, selbstgemachte und abgeklopfte, gibt es auch kuenftig in Ihrer baerentatze. Merke: Andere reden, wir auch! Herzlichst, Ihr Oliver Baer PS: Die angedrohte Besprechung des Buches "Erfolgreiches Fuehr- en - gegen alle Regeln" finden Sie nun doch im Web. Uebri- gens kam die zugrundeliegende Erhebung in den USA zustande, nicht in Europa. Manches machen die Amis wirklich besser: > 1 Hinterfragungen ----------------------------------------------------------------- ---- Da in diesen Tagen das eine oder andere Geschaeft auf Ver- schiebbarkeit abgeklopft wird, sind die Klugen schon dabei ihren Marketing-Garten zu jaeten. Werfen Sie Ihren Mitarbeitern mal ein paar Fragen zum Frasse vor: * Ballern wir weiter aus allen Rohren auf die Zielgruppe, oder haben wir im Kunden gelegentlich einen Menschen entdeckt? Wie sah er aus? * Versprechen wir Leistungen, die wir zu liefern imstande sind? Oder wenigstens zu liefern beabsichtigen? Und machen uns auch bestimmt nichts vor? * Wie reagieren wir auf Zweifel unserer Kunden, wie erspueren wir Missverstaendnisse, wie gehen wir mit Reklamationen um? * Welches Gift verspritzen unsere fleissig mobbenden Mitar- beiter, was leistet unser gnadenloser Einkauf zur Vernich- tung der Lieferanten? * Haben wir schon mitbekommen, dass die Aktionaere unter gewissen Umstaenden auch eine laengerfristige Perspektive fuer nicht voellig ausgeschlossen halten? Oder hoffen wir noch immer, dass actio = reactio ausgerechnet fuer unser Haus ausser Kraft gesetzt wurde? Falls Sie zweifeln wo Sie stehen, beginnen Sie mit der Bestands- aufnahme: Welches sind die Staerken in unserem Hause? Und die Schwaechen? Die ignorieren Sie. Siehe auch die Buchbesprechung von "Erfolgreiche Fuehrung ..." (s.o.) (ii) Den Umgang mit erbosten Kunden hat auch Spottolski erfragt, siehe > 2 Denkmale Was ploetzlich im Marketing zeitgemaess ist ----------------------------------------------------------------- ---- Flugsimulatoren, mit denen sie die Tuerme des WTC auf dem PC anfliegen, wird es nicht mehr geben. Action-Filme, die sich in Feuerwerksorgien erschoepfen, koennten floppen. Werbemotive mit Hochhaeusern werden bereits aussortiert. ---- Dass auf der Wies'n Besucher fehlen, hat weniger mit Angst vor Anschlaegen und nicht nur mit dem Wetter zu tun. Die Leute kaufen auch weniger Kaviar ein; am Broadway schlies- sen reihenweise die Shows; die Zuschauer fragen, was das soll. ---- Moeglicherweise gibt es eine noch nicht erforschte Ursache: > Vielleicht werden manche Angebote, wie wir sie kennen, so > nie wieder ankommen. Vielleicht sind die Leute nicht mehr > neugierig auf Dinge, die den Geschmack des Lebens vor dem > 11. September tragen. Vielleicht gibt es Krams, der auf > einmal ziemlich ueberfluessig aussieht. ---- Ob man weiterhin mit 50.000 Anderen in einem Hochhaus ar- beiten wird, fragen sich die Unternehmen, die von Downtown Manhattan nach New Jersey ausgelagert wurden: Die Vorteile des dezentralen Schaffens (und Entscheidens) kommen auch in Form von Dollars und Cents daher. Zentralismus, so entdeckt man nicht zum ersten mal, hatte schon immer viel mit Megalomanie zu tun. Am Ende wird "small" doch noch "beautiful"; sicherer ist es allemal. ---- Ich wuerde mich nicht bei jedem Produkt darauf verlassen, dass die alten Kamellen demnaechst wieder weggehen wie die warmen Semmeln. Die baerentatze bleibt am Thema. (ob) Wie schmecken die Vereinigten Staaten von Amerika? Kritisches: > 3 The English as she is spoken ----------------------------------------------------------------- ---- Im World Wide Web ist zu erfahren: "Der Bundesverband deutscher Bestatter hat bundesweit Ausbildungskurse zum "Funeral Master" begonnen." Mit seiner 1998 eroeffneten Ausbildungsstaette samt Uebungsfried- hof moechte sich der Verband vom 'Totengraeber-Image' loesen. Und diesem Image zuliebe, so entnehme ich einem anderen Dokument der Zunft, werden wir, wenn es denn soweit ist, unsere letzte Reise nicht in einem guten alten Nein-ich-sag's-nicht antreten, sondern in der "Peace Box" - umweht vom Duft von Freiheit und Weite, ver- mutlich. Marketing at its best. Der Dortmunder Verein Deutsche Sprache hat den Vorsitzenden des Bundesverbandes deutscher Bestatter wegen dieser atemberaubenden Wortschoepfungen als Sprachpantscher des Jahres 2001 ausgezeich- net, nun ja. Man kann die Sache auch gelassener sehen: Meine Oma, eine durch- aus kluge Frau, zueckte auch erst das Portemonnaie, um ihr Billet zu bezahlen, bevor sie zum Perron ging und sich in das Coupé be- gab, wo der Controlleur schon auf sie wartete. Solche Anfaelle gehen auch wieder vorbei, und wer weiss, vielleicht ist Denglisch schon bald nicht mehr hipp. Gerade wirbt im TV ein createur d'automobiles um meine Aufmerksamkeit - ausgerechnet der. Aber hier es geht weder um Mode noch um Sprachpfleger- tuemlichkeiten. Der Witz der Sache fuer Sie, als global aktiver businessman, liegt anderswo. Der Wiener Karl Kraus kam schon vor 80 Jahren mit Blick auf die Berliner und andere Pifkes zu der Einsicht: Was uns trennt, ist die gemeinsame Sprache. Mancher, der so stolz auf sein Englisch ist, dass er auf einem Kongress, dessen audience zu 90 % aus german speakers besteht, auf Englisch vortraegt, kann naemlich gar kein Englisch, sondern leidet bloss an BSE: "Bad Simple English". Das ist jene neue glo- bal verbreitet Kunstsprache, in der man elementare Sachverhalte so ausdrueckt, dass jeder ahnt, wovon die Rede ist, aber keiner wirklich versteht, was Sache ist. Und schlimmer noch. Der dem Gebrauch des Englischen ansonsten durchaus nicht abgeneigte Linguist Ulrich Ammon hat beobachtet, dass den neudeutschen Kosmopoliten immer wieder die abenteuer- lichsten Slangausdruecke und Zweideutigkeiten in ihre serioesen Praesentation geraten. Dann kringeln sich die "native speakers" vor Lachen und kriegen gar nicht mit, wo der kommerzielle Witz Ihres Angebotes liegt. Dumm gelaufen. (mc) Der Bundesverband deutscher Bestatter : Der Verein Deutsche Sprache: > 4 Ueber den therapeutischen Wert der Verben Neue Tipps zur Email im Geschaeftsleben ----------------------------------------------------------------- ---- Wieviel Text eine gute Email enthaelt, haben wir besproch- en. Heute geht's um die Verben. Mit den Verben steht und faellt, ob Ihre Email ernst genommen wird. Verben sind die Tuwoerter. Wer sich vor dem Tuwort drueckt, ver- meidet auch die Festlegung, wer das Tun tun muss. Oder bis wann die Chose abgehakt wird. So bleibt das Wichtige im Trueben. Und die Email gebiert zahllose weitere Emails, bis endlich geklaert ist wer was bis wann TUN wird. Mit Verben kommen Viele aber nicht zurecht. Den Stil aus dem Deutschunterricht der Grundschule setzen die Hochschulen fort, die Aemter sowieso, saemtliche Grossunternehmen, die Fachzeit- schriften und selbstverstaendlich die Politiker. Demnach befinden Sie sich in bester Gesellschaft wenn Sie fuer normales Deutsch halten, was mir die Gemeinde Ohorn mitteilt: Die oeffentliche Bekanntmachung der Ankuendigung der Ein- ziehung des Weges "Luchsenburg durchs Tunnel" erfolgt durch Aushang an der Verkuendungstafel im Rathaus vom 27.8. bis 28.11.2001. Was moegen die vorhaben? Mich sorgt schon, dass sie es erfolgen lassen. Wenn nicht der Jaeger auf den Hasen schiesst, sondern einen Schuss erfolgen laesst - da lasset uns Deckung suchen! Liebe Leser, streichen Sie "erfolgen" aus Ihrem Vokabular, aus Ihrem Leben. Wenn's nicht anders geht, lassen sie die Dinge "geschehen". Wirklich sauber waere wenn Sie sagten was Sache ist: 1. Meier entwirft den Rohplan, 2. Mueller schlaegt Loecher hinein, so viele wie er kann 3. und Schulze laedt ein zum Einigungsgespraech. Bei Ihnen heisst das aber: Die Rohplanung erfolgt in Abteilung X. Sie wird im Anschluss begutachtet vom Kommittee Y, die Synthese erfolgt unter Koordination durch Z. In so einem Klima kennt der Kreative nur eine Sorge: dass sein Kopf nicht auf die Tischkante knallt. Merke: Tuwoerter schlagen die Rechtschreibung. (ii) > 5 Kostenloskultur - am Ende? ----------------------------------------------------------------- ---- Der Banner-Markt liegt darnieder, und wer noch immer auf Bezahlung seiner Aktivitaeten im Web setzt, kriegt einen dicken Hals. Da klang verlockend, dass der T-Online-Chef Holtrup im Sommer das "Ende der Kostenlos-Kultur" ausrief. Seitdem baut, wer irgendwelchen Content hat, ein Kassenhaeuschen davor auf und will seine Kosten wieder hereinholen. Die Aussich- ten dafuer sind um so besser, je weniger es anderswo kostenlos gibt, heisst es, und deshalb raet Ihnen im Moment jeder, etwas zu tun, was Ihnen selbst in bangen Momenten auch schon durch den Kopf gegangen ist: Um Gottes Willen kein kostbares Knowhow ins Internet stel- len, und erst recht nicht kostenlos - sie machen sich Ihr ganzes Geschaeft kaputt. Denen, die diesen Rat befolgt haben, ist es freilich nicht gut gegangen. Die Leute haben sich ans Kostenlose gewoehnt und mach- en um die Kassenhaeuschen einen weiten Bogen. Also reduzieren Sie als leidgepruefter Anbieter Ihren Webauftritt gleich auf Visiten- kartengroesse, damit ihnen nur niemand an's geistige Eigentum geht. "Mir gebet nix!" Das wuerde freilich den grossen Content-Vermarktern so passen: Ringsum nur Wueste. Wenigstens solange, bis auch die Grossen mer- ken, dass kein Mensch mehr freiwillig in ein Internet geht, wo er fuer alles Eintritt zahlen muss. Vielleicht packen sie's doch lieber von der anderen Seite an. Tragen Sie bei, dass die Wueste lebt. Seien Sie nuetzlich. Lassen Sie auch fuer den Mitbewerb ein paar Brocken abfallen - seine Kunden werden es bemerken, das spricht sich naemlich herum. Warum sollten Sie bei dieser Art von Public Relations mehr Bedenken wegen Dieben und Spionen haben als auf der Messe oder im Ver- kaufsgespraech? Nicht alles, was Substanz und Wert hat, ist schon Betriebsgeheimnis, den Unterschied kennen Sie doch schon laengst. Oft können Sie Ihr Webangebot auch um Give-aways ergaenzen, die den Besucher erfreuen, ohne den Bedenkentraeger zu provozieren: Verschenken Sie an geeigneter Stelle, was sie gar nicht verkaufen koennen: Als Werkzeugmaschinenbauer die Fotos vom Prototypen, mit dem alles begann - samt spannender Einblicke in die Geschichte von Werk und Branche; als Apotheker die Ferien und Sonntagsdienstplaene der Aerzte im Stadtteil; als Berater Einblicke in ihre Werkstatt unfertiger Gedanken. Ergaenzungen sind kein Ersatz für Substanz - aber gut gewählt, helfen sie Ihnen, sich von der besten Seite zu zeigen - als jemand, der seine Kunden kennt und ernstnimmt. Wenn Sie das erreichen, darf es sogar ruhig etwas kosten - Sie, den Anbieter. Denn Sie haben auch etwas davon. Besonders, wenn Sie sich noch mal mit den ergänzenden Gedan- kenstrichen befassen, die wir für Sie versammelt haben auf: (mc) > 6 Unsachliches aus meiner Praxis: Gute Newsletter, gibt's die? ----------------------------------------------------------------- ---- Zu Ihrem Nutz und Frommen beziehen wir einen Haufen News- letter. Hier ein Zwischenstand unserer Beobachtungen. Sollten Sie uebrigens glauben, Sie kriegen hier das Geheim- rezept fuer einen guten Newsletter, lesen Sie ruhig weiter. Zunaechst mal: Es gibt gute Newsletter, aber nicht viele. Das macht die Sache uebersichtlich sowie zu einer guten Nachricht fuer Sie: Bei so mieser Konkurrenz ist leicht glaenzen. Da wir die baerentatze zum Vergnuegen schreiben, naemlich Ihrem, nennen wir die Uebeltaeter nicht beim Namen. No na, wir werden die Kollegen auch noch kostenlos beraten. Selbstkritik faellt schwer, zumal den Herausgebern von Newslettern. Hier sind die grausamsten Fehler, die Sie schon im Planungssta- dium unterlassen moechten, resp. sich fuer den Rihlontsch Ihres Njuhslettas gleich aus dem Kopf schlagen wollen: # 1: Ihre Links fuehren zu Websites, die so langweilig sind wie Ihr Newsletter. # 2: Sie berichten ueber Neues aus Ihrem Hause, sonst nichts. Wer sonst ist der Nabel der Welt? Eben. # 3: Sie pflegen eine aufgesetzte Munterkeit; sowas liest sich fluessig und ist als Anmache enorm beliebt. # 4: Mit allem, was wirklich interessant waere, halten Sie hinter'm Berge. Bieten Sie gerade genug Substanz um den Besucher zu frustrieren, aber zu wenig um zu saettigen. Oder alles in einer Regel: Sollte Ihnen der Kunde in's Blick- feld geraten, das kann versehentlich mal passieren, so beissen Sie die Zaehne zusammen. Wichtig ist, dass Sie sich von den an- deren, ebenfalls ungeniessbaren Newslettern nicht unterscheiden. Sollten Sie noch immer glauben, solche Schmonzes braechten Sie auch ohne unsere Hilfe zustande, halten Sie sich wenigstens an das Urgesetz der Wirtschaft: Machen Sie, was Sie wollen! Wie bitte? Ja, doch. Sie duerfen tun, was Sie wollen, aber wenn Sie hier schon mitlesen, beachten Sie die folgenden zwei, eigent- lich drei Einwuerfe, fuer die Fortgeschrittenen: * Wenn Ihr Newsletter dem Leser nichts Nuetzliches bringt, was soll der Unfug? * Wenn Ihr Newsletter den Leser nicht einmal unterhaelt, wie soll er ihn denn wahrnehmen? * Wenn Ihr Newsletter wirklich gut ist, treten Sie die Leser auch mal in die Kniekehlen. Das soll wehtun, aber nicht wie ein durchgestylter Tritt ankom- men. Funkt also nur, wenn Sie Ihre Leser fuer voll nehmen. Doch, die merken das. Und wehtun sollte es nicht auf die Maso-Tour wie beim Spiegel. Der schmerzt zwar gehoerig, aber nur damit man sich aergert und die Galle anschliessend weiterverbreitet. Geben Sie etwas her, aber mehr als Peanuts. Das soll die Leute ueberzeugen. Die Beweislast liegt aber bei Ihnen, dass Ihr Ange- bot (naemlich das was ueber Website und Newsletter hinaus geht) eine Verguetung wert sei. Den Beweis muessen Sie bereits vor dem Kassenhaeuschen gefuehrt haben! Und hier machen Sie gleich den Lakmustest fuer die Nuetzlichkeit Ihres Newsletters. Sie geben an zentraler Stelle, so wie wir es hier tun, Ihren Lesern die Moeglichkeit der spontanen Abmeldung: Wollen Sie die baerentatze nicht mehr beziehen, schicken Sie eine leere Email an: Fertig. Sollte sich auf diese Weise Ihr Verteiler schneller leeren als er am anderen Ende durch Neu-Abos gefuellt wird, probieren Sie meine nagelneue Vanitynummer: Auf neuen Handys tippen Sie OLIVERBAER. Ansonsten siehe Impressum. Der Fehler kann auch an den Lesern liegen. Das waere aber so, als wuerde das Parlament das Volk aufloesen und ein neues waehlen. (ob) > 7 Technische Hinweise und Impressum ----------------------------------------------------------------- >--- Bestellen und Abbestellen mit einer leeren Mail an: zum Bestellen zum Abbestellen >--- Redaktionspolitik: >--- Beitraege von Ihnen: Bitte per Mail an: >--- Ihre Wuensche, Anregungen, Ideen: Bitte per Mail an: >--- Redakteur/Mitautor Michael Charlier treffen Sie auf , Mail: >--- Diskussion, mit den Lesern von brand eins: , zur Zeit leider etwas flachsinnig >--- Impressum: V.i.S.d.P.: baerentatze wird herausgegeben von Oliver Baer Schleissbergstr. 10; D 01896 Ohorn; Deutschland. Tel.:+49 (0700) oliverbaer Tel.:+49 (0700) 6548372237 | ob Oliver Baer | mc Michael Charlier | ii Isidor Iltis | Namentlich gezeichnete Beitraege stellen nicht die offizielle Meinung der Redaktion baerentatze dar, sondern die ihrer Autoren. Weder die Redaktion noch Oliver Baer uebernehmen eine Haftung fuer die sachliche Richtigkeit der Beitraege sowie daraus resul- tierende Handlungen. Copyright dieser Ausgabe liegt bei Oliver Baer, das der jeweiligen Beitraege bei ihren Autoren. Eine Ver- vielfaeltigung und/oder Weiterverbreitung der baerentatze ist nur komplett, nicht auszugsweise, und nur mit ausdruecklicher Zustim- mung des Autors zulaessig. Fuer unverlangt eingesandte Manuskrip- te wird keine Haftung uebernommen. Nicht beteiligt an der Gruendung der baerentatze waren u.a. Springer, Bauer, Burda, Spiegel, nicht einmal Playboy, so'n Mist! > 8 Caveat emptor! = Kunde, pass gefaelligst selber auf! Spottolski guckt auf Fussball ----------------------------------------------------------------- ---- Da quatscht mich Kater Spottolski lateral an, waehrend ich manhattanmaessig noch ziemlich durchhaenge: > Chef, erklaer mal schnell die Bundesliga! - Ich sage: Die 18 besten Vereine spielen, jeder gegen jeden, um die Meisterschaft. Klar? > Einer gewinnt, siebzehn verlieren? - Ich nicke, vorsichtshalber. > Mit anderen Worten, 16 vergeuden ihre Zeit. Beim Boxen genuegen aber Zwei. - Du vergisst die Trostpreise: Champions League, UEFA-Cup, ausserdem geht's unten um die drei Absteiger. > Und damit alle einen Preis abkriegen, spielen sie dauernd > Unentschieden. - Du nervst, sage ich. > Wenn mich Rosso attackiert, gibt's kein Unentschieden. - Die Zuschauer moegen das auch nicht. > Und was moegen die Zuschauer? - Dass ihr Team gewinnt oder, dass es ein gutes Spiel wird. > Und? Spielen die wenigstens gut, wenn sie verlieren? - In der Regel nicht. > Und wenn sie gewinnen, sind dann die Spiele gut? - Auch nicht immer. > Das Risiko traegt also der Kunde! Sag mal, schlechte Spiele > sind doch schlecht fuer's Geschaeft, auf die Dauer, oder? - Ja, stimme ich vorsichtig zu. > Warum sagen dann die Nussknacker nach jedem schlechten > Spiel: Nur das Ergebnis zaehlt? - Nussknacker sind auch nur Menschen. > Sind die Zuschauer auch Nussknacker, oder lieben die > schlechten Fussball? - Echte Fans geben die Hoffnung nie auf. > Dass sie als Kunden gut bedient werden? - Hauptsache, das Team hat Charisma. Dann darf es sogar verlieren. > Was'n das: Charisma, sowas wie Knete? - Wo Charisma, da Knete, sagte schon Perikles. > Heisst viel Charisma = viel Knete? - Sieht so aus, es weiss nur keiner Wieviel = Zuviel. > Weil der FC Bayern viermal so viel Geld im Budget hat wie > der SC Freiburg, spielt er 4 x so guten Fußball, richtig? - Genau. Ausser bei Regenwetter. Oder wenn die Sonne scheint. Kommt darauf an. > Drum sind die Fans so zufrieden. Und was wird aus 15:30°? - Die Fans sind belastbar, sage ich, die vertragen eine Menge mehr Bloedsinn. > Na warte, wenn die ihre Kunden-Power entdecken. - Zum Beispiel? > Zum Beispiel wenn die ins Stadion kommen, aber Zeitung > lesen statt hinzusehen. Oder bei jedem Tor den nackten > Hintern zeigen. Wetten, dass die Kameras draufhalten? - Verkaufst du neuerdings Power-Tricks? > Es gibt einen Trick, der alle sticht: Guten Fussball. - Ist aber gut, dasss wir so Einen wie dich kennen! > Sag ich doch: Noch ist Polen nicht verloren! (ob) ° Fuer die Cricketspieler unter den Lesern: Um 15:30, fordern die Fussball-Fans, sollen die Spiele beginnen, alle am Samstag. Die Sache ist zum Machtkampf geraten: Die Anbieter der Ware "Fussball" gegen die Fans. Zur Zeit obsiegt die Verschwoerung der Anbieter gegen ihre Kunden. Die Sache ist noch haengig. > 9 Gegen den Strich gekaemmt Marketing ist schon irgendwie echt kuhl ----------------------------------------------------------------- ---- "Obwohl Opel zu den Top Fuenf der deutschen Werbetreibenden gehoert, hat sich das Image der Marke verschlechtert." Stand in der FTD. Qualitaetsmaengel bleiben demnach ohne Wirkung auf das Image. Da hat Opel aber Glueck gehabt, seit Jahren im Gerede und am Ende lag's doch nur an der Werbung. Und die Modell- politik ist auch wurscht. Mannomann, so geil ist Werbung! Nun soll sich marketingmaessig bei Opel aber einiges tun. Sagt der neue Chef. Von nun ab stehe die Marke Opel im Mittelpunkt. Das heisst sicher, sie stand dort bisher nicht. Ja, der Tünn meint noch immer der haett 'ne Corsa! Wie, Opel? Nie jehoert! Man kommt ja sowat von durcheinander. Macht nichts, jetzt wird es anders. Bis zur naechsten Erkenntnis- wende. Da wird uns einer mit ebenso viel Schwungkraft verkuem- meln, dass die Dachmarke umso staerker gepraegt werde, je klarer die Tochtermarken konturiert sind. Eben, werden wir sagen, habe ich doch immer gesagt. Ruhig Blut, lieber Leser, in der Staerke liegt die Kraft. Es spielt keine Rolle, was einer sagt, er muss es nur richtig aus- sprechen. Und in eine Kamera schauen. Eh, seggens, wat is eijentlich aus der Manta jeworden? Dat war doch 'ene Opel, oder hab ich wat am Auge? (ii) Apropos den guten Ruf verderben: Das geht auch mit Designpreisen, siehe ----------------------------------------------------------------- >--- b a e r e n t a t z e ------------ das waer's fuer heute -----------------------------------------------------------------