Preis der Ordnung im Marketing
Systeme sind ein teurer, zunächst noch harmloser Spaß. Im Anfang kosten sie nicht viel, nur ein paar selbstausbeuterische Nächte. Aber Systeme fressen je mehr sie zu fressen kriegen. Irgendwann fordert so ein System, dass es durch seinen Nachfolger ersetzt werde, das nennt man im Neusprech einen Upgrade. Der Eigner sperrt sich, das System schafft Fakten, die heißen dann Y2K, Euro, Verfall des Betriebssystems, und schnapp ist die Falle zu.
harmlos = ohne die Macht oder die Absicht, Schaden anzurichten
Und keiner merkt auf die Schnelle, das System kostet doppelt. Erstens das Bare, das man hinblättert, zweitens die Betriebstemperatur, die man verliert in dem Maße wie das System an Tüchtigkeit zulegt. Allerdings wird da die Sache dramatisch, denn der Zugewinn will erstritten sein, Stück für Stück.
Von nun ab tanzt der gesamte Betrieb um das goldene Softwarekalb, das endlich zeigt wes Geistes Kind es ist: Es schafft Phantome, und vererbt sie in seine Subsysteme. Der Betrieb hält die Luft an, und alle Verbesserungen werden vorläufig aufgeschoben, "bis das System so weit ist". Am Ende hat die neue Software, die alles Frühere in den Schatten stellen würde, nicht nur zwei Nullen zuviel gekostet, sie hat alles Frühere in den Schatten gestellt - die zarte Hand, den netten Ton, das freundliche Zwinkern - alles was den Menschen vom Gerät unterscheidet: "Nicht ärgern, ich mach das schon!"
In die Phantomschmerzen teilen sich lauter intelligente Menschen die von früh bis spät auf Bildschirme starren, statt mit dem Kunden etwas Gehaltvolleres zu besprechen als: "Tut mir leid, da hat unser Computer ... irgendwie ... welchen Knopf haben Sie eigentlich gedrückt?"
Was tun: Bildersturm auf die Systeme, zurück zur Handarbeit? Oder Augen zu und durch? Oder einen Kompromiss auskochen, der im Trüben belässt, wie der wahre Sieger heißt?
Wenn nur eines nicht vergessen wird: Marketing hat die Aufgabe Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten zu Beziehungen zu verbünden, die alle zufrieden stellen und lange halten sollen. Da dürfen Systeme gerne helfen, nur sagen wo es lang geht, das dürfen sie nicht. Nicht, wo sich die Interessen der Menschen überlappen. Wo Gemeinschaft gebildet wird.
Community = Gemeinschaft die sich rings um einen Zweck versammelt.
Und wie bringen wir System und Mensch unter einen Hut? Das müssten Menschen aushandeln, von Fall zu Fall, mit dem besagten Augenzwinkern, meint Ihr
Oliver Baer
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Es sei leichter denn je, beim Kunden zu punkten, haben wir in der vorigen baerentatze behauptet. Die guten Sitten im Geschäft - so hat's den Anschein - sind passé. Wer nachhaltig wirtschaftet, müsste demnach angenehm - und ertragswirksam - auffallen.
Jugendforscher berichten, es würden jetzt wieder alte Tugenden geschätzt. Tugenden, die in den Siebzigern hinterfragt, in den Achtzigern vergessen und seither, in ähnlicher Gestalt, neu erfunden wurden. Die Älteren erinnern sich sowieso an's Anschreiben bei Tante Emma: Vielleicht wäre die Zeit gekommen, da wieder an zu knüpfen?
Derweil spiegeln die Medien einen Ausschnitt der Wirklichkeit, den sie mit dem Erdmittelpunkt verwechseln. Wahrscheinlich, weil es da so schön heiß ist, aber sie tanzen auf einem Vulkan, und mit ihnen ein Haufen Schickmickis im Marketing, die den ganzen Tag nachgucken, wer gerade die Schönste im Lande wäre. Wie sonst soll man verstehen, dass ihre Auftraggeber - trotz teurer Marktbeobachtung - dauernd auf dem falschen Fuß erwischt werden: Haben die Verbraucher zu mündigen Kunden pubertiert? Hat mal wieder keiner hingeguckt, als was wichtiges passierte?
"Die Unfähigkeit wird zur Norm erklärt. Und die meisten Medien sind ihr Durchlauferhitzer".
Die Unisono-Kultur, von Peter Felixberger in ChangeX, dem unabhängigen Online-Magazin für Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft.
Mit erwachsenen Kunden wissen sie wenig anzufangen. Den Großen entgeht schon systembedingt, dass Mitarbeiter und Kunden gemeinsam eine riesige Grauzone bevölkern, wo sie immer weniger vorhersagbar seltsame Dinge tun. Aber auch die Kleinen tun sich schwer. Bei ihnen wuchern die Attitüden der Großen; man muss nur mal zuhören, wie sie reden. Dabei bräuchten sie nur Raum für den Kunden zu reservieren, wie einen Parkplatz, nur dass da mehr los ist wenn der Kunde kommt und die Bude mit Leben füllt, mit seiner Kultur die Kultur des Unternehmens aufmischt.
Leute, die an der eigenen Meinung fummeln, ihre Meinung in der Öffentlichkeit anprobieren, und dann mal gucken was aus der Sache so werde, solche Leute stören, sie bringen den Laden durcheinander, stecken ihre Finger in Sachen wo wir eh schon ein schlechtes Gewissen haben. Dabei schauen sie ganz kuhl drein, sind aber gar nicht so bösartig, nur abgebrüht, das kann man verstehen: Wer ihnen mit Respekt begegnet, gewinnt auch ihre Treue, allen anderen ziehen sie die Schnäppchen aus der Nase - das ist wie Sport, nur gesünder.
Lesen statt dösen, Dagmar Deckstein schreibt über den Kunden der Zukunft, ebenfalls in ChangeX
Marketingleute schwadronieren über den multioptionalen Verbraucher, während sie so tun als würden sie nachdenken, was man als nächstes denken sollte. Willst du als erster ankommen, musst du erstmal ankommen, sagen da die Rennfahrer. Wollen wir den Kunden überreden, dass er seine multiplen Optionen nicht gegen uns zieht, müssen wir mit ihm reden.
Tun wir aber nicht. Wir geben zu schnell auf, vermutlich weil das Licht der Erkenntnis "verhaftet an den Körpern klebt: Von Körpern strömt's, die Körper macht es schön, ein Körper hemmt's auf seinem Gange."
"So, hoff ich, dauert es nicht lange, und mit den Körpern wird's zugrunde gehn." fährt Mephisto fort. (Faust I)
Nehmen wir Mephisto beim Wort, bringen wir die "Körper" in's Spiel! Lassen wir die Mitarbeiter selber ihr Motiv zum Handeln finden, ein bisserl anschieben nimmt schon keiner übel. Denn wenn wir die Kunden als Erwachsene wahrnehmen, müsste es bei den Mitarbeitern auch gelingen. Es kommt nicht darauf an, wieviel wir bewegen, sondern dass sich überhaupt etwas tut, und dann nicht zu vergessen: Der Kunde soll es merken, da bewegt sich jemand auf ihn zu. Nicht um Zero Defect geht es, nur dass wir uns im Umgang mit Fehlern üben.
Zero Defect = das Streben nach fehlerloser Leistungserbringung
Markieren wir die Nischen in unserer Unternehmenskultur, wo wir uns vor den Kunden verbergen. Wo wir keine Zeit haben, Qualität sichern, Entwürfe neu zeichnen, die Bücher auf Vordermann bringen und tausend Dinge treiben, die alle wichtig sind, Hauptsache man hält uns die Kunden vom Leibe.
Die Arbeit beginnt mit dem Fremdeln vor der Marketingreform (ob)
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Bei Licht besehen ist es eher unwahrscheinlich, daß sich jemand ausgerechnet auf Ihre oder meine Website verirrt.
Es gibt inzwischen mehr als 2 Milliarden davon - etwa drei Viertel davon sind in keiner Suchmaschine erfaßt. Und was bei 30 000 Fundstellen nach Nummer 50 kommt, ist auch für alle praktischen Zwecke so gut wie nicht vorhanden. Weil das so ist, drucken Sie alle in Ihre Firmenbroschüren auch die Webadresse, informieren Kunden und Lieferanten per Newsletter über die neuesten Attraktionen auf ihrer Website und natürlich bieten sie jede mögliche Unterstützung, damit auch Zufallsbesucher sich ihren Webauftritt leichter merken können.
Ohne solche Hilfsmittel käme fast niemand - aber auch mit sind es meistens nicht genug, jedenfalls weniger, als die Agenturleute seinerzeit den Kollegen vom Marketing versprochen hatten. In dieser Situation verheißt die RSS-Technik Abhilfe, die schon seit einiger Zeit in den Subkulturen des Netzes mit großem Erfolg eingesetzt wird. Und wie so vieles, was zunächst in alternativen Kreisen erprobt wurde, verspricht auch diese Technik höchst interessante Perspektiven für die Anwendung im kommerziellen Bereich.
Aus dem Underground in den Kommerz
Stellen Sie sich vor, es gäbe einen preiswerten und pflegeleichten Automatismus, der Ihre Kunden und Geschäftspartner unaufdringlich informiert, wenn es auf Ihrer Website etwas neues gibt. Stellen Sie sich vor, Sie könnten kurze Hinweise auf das, was es bei Ihren Geschäftspartnern neues gibt, automatisch in eine Nachrichtenspalte auf ihrer eigenen Webseite übernehmen - oder auch nur halbautomatisch, wenn Sie die Sache lieber nicht unbeaufsichtigt lassen wollen. Stellen Sie sich vor, es ließe sich auf diese Weise ein "Netz im Netz" knüpfen, das Partner, Anbieter und Kunden unverbindlich, aber wirkungsvoll, so verbindet, daß sie auch ohne Suchmaschinen oder doch immer falsch eingeordnete Bookmarks leichter zueinander finden.
Nun - genau diese Möglichkeiten bietet RSS. Erste Informationen darüber, wie man sie im Einzelnen nutzen kann, erfahren sie auf Kommkonzept. (mc)
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"Das ist nicht unsere Zielgruppe" heißt es gerne, wenn man Webseitenanbieter darauf anspricht, daß die von ihnen gewollte Anlage einer Website den Inhalt für Behinderte leider unzugänglich macht.
Darüber wäre zu diskutieren - das muß man manchmal auch mit potentiellen Auftraggebern. Schließlich sind Blinde und andere Behinderte heute meistens keine traurigen Elendsgestalten, sondern Leute mit Kaufkraft wie Sie und ich. Wer da nun zur Zielgruppe gehört und wer nicht, ist oft gar nicht so leicht zu entscheiden - Zielgruppen im Internet sind eine schwierige Sache.
Aber da ist noch mehr zu bedenken. In Deutschland gilt seit letztem Jahr ein Gleichstellungsgesetz, das zunächst allerdings nur den Bund dazu verpflichtet, den Inhalt seiner Webseiten auch für Anwender "assistiver Technologien" zugänglich zu machen: Nutzer von Vorlesemaschinen und Braillezeilen oder Leute, die keine Maus führen können. Ähnliche Vorschriften für Länder und Kommunen sind in Arbeit, und schon hört man die Webverantwortlichen stöhnen: „Was das wieder kostet!“ Da trifft es sich gut, daß die gleichen Verfahren, die Behinderten den Zugang ermöglichen, auch mobilen Managern, Suchmaschinen und Indexierungs-Automaten den Zugriff auf Webinhalte wesentlich erleichtern. Die Anwendung der aktuellen Webstandards nutzt ganz unparteiisch Menschen wie Maschinen, privaten ebenso wie kommerziellen Zielen. Und manchmal sogar fast zum Nulltarif.
Nebenbei bemerkt: Webseiten auf Grundlage von Webstandards müssen nicht aussehen wie vom Fließband.
Womit nicht gesagt sein kann, das wäre alles Jacke wie Hose - da gibt es schon noch Unterschiede: Die Automaten sind leichter zufrieden zu stellen. Aber die Anwendung der lange geringgeschätzten Webstandards bildet eine solide Grundlage, auf der man die Zugänglichkeit von Webinformationen für alle Techniken und viele Besuchergruppen erheblich verbessern kann. Und wenn man es richtig macht, kann man mit geringem Zusatzaufwand auch den meisten menschlichen Besuchern fast alles bieten, was sie brauchen.
Fast alles, denn die Vorschriften der Bürokratie sind teilweise wesentlich anspruchsvoller als die praktischen Bedürfnisse der Anwender assistiver Technologien. Das Webwriting-Magazin gibt erste Orientierungshilfen auf diesem schwierigen Gebiet. (mc)
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baerentatze möchte mit einem Karikaturisten zusammen arbeiten, der Spottolskis Fach, das ländliche Marketing, mit leichtem Strich schwarz/weiß zu zeichnen versteht. Bitte den Baer anmehlen.
Marketing laut baerentatze, in monatlichen Karikaturen
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~Familien-Gasthof in Südtirol kann und will einen Rundbrief nicht alleine stemmen, sucht daher Synergie (Material zusammen legen, Kosten teilen) mit Kollegen in der Lüneburger Heide, im Périgord, am Balaton und sonstwo. Ihre Gemeinsamkeit: Sie sind für Gäste aus dem postmateriellen Milieu attraktiv. Warum diese Anfrage? Weil die naheliegende Synergie mit den lokalen Kollegen aus den naheliegenden Gründen doch nie was wird. Hier erklicken Sie, was mit postmateriellen Milieus gemeint ist. Mehr über den Rundbrief-Plan nach Kontaktaufnahme mit Baer.
Anrufen kostet kaum was.
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~Ob eine unaufgeforderte eMail zum Werbemüll zählt oder ausnahmsweise doch willkommen ist, entscheidet der Empfänger, genauer sein nervöser Finger auf der Löschtaste. Sein Gehirn bestätigt nur: "War nix", und merkt sich den Absender.
Falls Ihr Service auf Kundentreue setzt, falls Ihr Produkt kein Tinneff ist und eine bessere Marge rechtfertigt, aber Sie wollen es dennoch nicht einsehen, dann nehmen Sie zur Kenntnis: AOL hat Spammern den Krieg erklärt, sie werden neuerdings auf Schadenersatz verklagt.
Beim Spam verlieren manche ihren Humor. Das ist ihr Recht.
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~Bald wird unsere Orthografie verraten, wieviel fleischhaltiger Spam unsere Mailboxes verstopft. Denn die Mailversender dieser Branche erfinden immer neue Schreibweisen, damit ihre Mails nicht in unseren Spamfiltern hängen bleiben. Angenommen, Essen wäre auch unanständig, es würde so geschrieben: Äsen, F*ttern, Exxen, Es/s5n, Mäkd0nels.
Sollte auch dieser Rundbrief im Spamfilter stecken bleiben, ist Ihr Sieb vielleicht ein bisserl zu dicht
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~Die Tipps von Torsten Schwarz kann ich empfehlen. Sein Buch unterscheidet sich von allem bisher über eMail Gelesenen: Es ist so flott geschrieben, dass es sich wie von selber liest, und es ist furchtbar teuer. Wo es sich nicht unterscheidet: Die verschiedenen Rollen (Sender, Empfänger, Provider, Dienstleister usw.) und andere Kompliziertheiten sollte man dem blutigen Laien mit Kunstfiguren nahe bringen.
dmmv-Praxishandbuch E-Mai-Marketing
177 Tipps für E-Mails, die ankommen
Torsten Schwarz, Hightext Verlag, ISBN 3-933269-63-6, 58 €
Den Autor finden Sie bei absolit.
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~Per Zangenbewegung machen sich die Anbieter aus Walldorf und Redmond an den Mittelstand heran. Ihre Angebote kennt man, irgendwo zwischen "zwei Nullen zu teuer" und "meldet heimlich nach Hause, was wir so treiben". Wir empfehlen zur Verteidigung die Adams-Methode: Ihre anaesthesierende Wirkung auf Software-Verkäufer beruht auf dem Umstand, dass wir unseren kleinen grünen Planeten einem ziemlich galaktischen Computerexperiment zu verdanken haben, welches der Sinnfrage des Lebens gewidmet ist.
Bekanntlich wurde diese Frage mittlerweile ein bisserl karg, aber zutreffend mit "42" beantwortet, peinlicherweise wurde jedoch die Frage als solche versaubeutelt. Sollte es in dieser Angelegenheit Abgreids geben, dürfen Sie sie hier daunlohden. Bei Douglas Adams nachgucken
Es heißt, D.A. hätte ein paar Harfen reservieren lassen, für Fans die es eilig haben mit ihm zu musizieren.
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~Diese SM schickte uns ein Kunde auf's Handy:
"Gucken und selber Tatschen" ist bei den Geschäftspartnern und Kunden super gut angekommen, nur positives feedback ..."
Wir kümmern uns für Kunden auch ums Detail, wie dieses Einladungsschreiben eines Ingenieurbetriebes, siehe Humor dient der nachhaltigen Alleinstellung. Wie Farbe Kunden locken und das Image heben kann, sehen Sie nach dem Klick.
Betrifft: Gucken und selber Tatschen
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"Spottolski," sage ich, "die Konjunktur krümelt weg, geh raus und mach Marketing!"
Eine triviale Bemerkung, bedeutet mir der Kater. Aber er habe nachgedacht, verkündet er. "Ich werde eine neue Balance zwischen professionellem Anspruch, persönlicher Bescheidenheit und inhaltlicher Alleinstellung finden."
"Wer hat denn dich agitiert?"
Mit geschlossenen Augen rezitiert er: "Die schonungslose Analyse, die glasklare Strategie reicht nicht; das einfühlsame Umsetzen ist entscheidend. Staunste, was?"
"Und nachts ist kälter als draußen." sage ich. "Erkenne ich Nadelstreifen auf deinem Pelz, oder kriegst du graue Haare?"
"Nein, echt!" drängt Spottolski. "Wir fokussieren auf den Mittelstand. Weil der ein Umsetzungsproblem hat."
"Umsetzungsproblem? Du kommst ja selber nicht aus dem Knick."
"Eben das qualifiziert mich."
"Das ist kein Grund zum Fokussieren. Wenn das einer sieht!!"
Und ich erklär ihm, wenn einer Umsetzungsprobleme hat statt zu sagen: Meine Leute scheißen sich in die Hose bevor sie beim Kunden anfrufen - "Dann hat er kein Problem, dann ist er ein Problem. Sein und Haben, kannste nachlesen ..."
Lesen, erinnert mich Spottolski, sei nicht des Katers Stärke.
"... Der nimmt sein Problem nicht wahr," brülle ich. Toll habe ich das gesagt, finde ich.
"Toll hast du das gesagt," findet Spottolski.
"Erich Fromm hat das gesagt."
"Ist das der bei McArthur?"
Experte Spottolski meint selbstverständlich McDonalds, den bekannten Düsseldorfer Ratspender, welcher nicht zu verwechseln ist mit Berger King. Man kommt ja sowas von durcheinander.
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Bevor die Deutsche Post Briefkästen zu demontieren begann, pries sie die Vorzüge "einer speziell entwickelten Software". Mit ihrer Hilfe wurden "alle Briefkästen in Deutschland nach den festgelegten Kriterien Nachfrage, Qualitätsvorgabe und Kosten detailliert untersucht."
Die Briefkästen können sich nicht wehren. Einige sollen übrigens schon wieder angeschraubt sein. Mit der Demontage des Verstandes sollte sich die Post aber sputen, andere vormals Staatliche sind viel weiter.
Selbst Privatisierer geraten ins Grübeln. Entstaatlichen wir möglicherweise nur weil Liberalisierung gerade IN ist? Wenn ja, könnte das nicht nur die Shareholder ergrimmen. Gesetzt den Fall, wir verlören bei der Gelegenheit mehr als zwei Kubimeter Kulturgut (auf Neusprech Standortvorteil), dann wäre zu bilanzieren:
Privatbürokratie ersetzt Staatsbürokratie (geil!)
- torlose 1. Halbzeit
Ordnung durch Systeme verbessert (echt?)
- 1:0 für Shareholder
Mensch kommt immer noch vor (nanu?)
- 1:1 als keiner hinguckte
Lebensqualität gewonnen (à la Rumsfeld)
- 1:2 kurz vor dem Abpfiff
Jetzt haben wir den Faden verloren: Wer hattenu gewonnen?
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| Deutsche Bibliothek : | ISSN 1619-7909 (Web-Ausgabe) |
| Jahrgang/Ausgabe/Datum : | 5 / 3 / 28. April 2003 |
| Frequenz / Preis : | zehnmal pro Jahr / gratis |
| Herausgeber : | Dipl.-Ing. Oliver Baer |
| Inhalt Website : | www.baerentatze.de/files/sitemap.htm |
| Impressum nach $6 TDG : | www.baerentatze.de/files/impress.htm |