Auf die Frage, ob bis Sylvester eine baerentatze fertig würde, tauchte Kollege Charlier hinter seinen Umzugsschachteln auf: "Das wird knapp!" Immerhin wars Ende Januar, und Charlier tat, was Coca Cola bereits hinter sich hat: Von Essen nach Berlin umziehen.
Geben wir es zu, das Kitschthema der Septemberausgabe hatte für meine eigene Beratungstätigkeit eine Lawine losgetreten. Manche Kundenprobleme löse ich seither anders. Derweil nahmen uns Leser übel, dass wir Kitsch und Kommerz über Joseph Beuys kombinieren - in dieser Ausgabe versuchen wir es ohne ihn.
Die einzig sinnstiftende Kunst nach Beuys ist heutzutage die Soziale Skulptur (wie wir unsere gesellschaftliche Welt formen). An der jeder mitwirkt. Ob er will, oder nicht, fügen wir hinzu. Die Ergebnisse sieht man ja.
Andere bestanden auf der engen Definition des Kitsches - laubgesägte Frauenkirchen, Wagenräder im Garten und so weiter. Wir meinen aber die haptisch weniger fassbaren Formen, angefangen beim handgestrickten Joghurt der bewegten Waldorfmütter, über den Reformeifer der Knappschaften, die Kundennähe großer Transportdienstleister, bis zur Barrikaden-Nostalgie ergrauender 68er und der frohgemuten Mobbingkultur der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft.
"Deutschland sucht den Supermobber"
Der Beziehungskitsch im Unternehmen torpediert sämtliche Schaffens- und Schöpfensfreude und legt nebenbei jeden Versuch zu einem intelligenten Marketing lahm. Deshalb wird Marketing meist von Experten bezogen, die halten sich vom Unternehmen fern, damit sie nicht angesteckt werden. So vertritt das Marketing sich selbst, nicht das Unternehmen. Plausibel mag es sein, Sinn stiftet es aber nicht immer.
Verschieben müssen wir die Nachricht, dass Charlier (siehe Kartons, weiter oben) nicht nur eine hübsche Auszeichnung gewonnen hat, sondern auch unsere Erläuterung, wie ungeheuer nützlich ist, wofür er den Preis gewann. Charlier meint, er hätte noch 179 Kartons aus zu packen (fünf hat er schon), aber dann gehe es gleich los ...
Charliers Depesche aus Digitalien ist ab der nächsten Ausgabe wieder dabei.
Bleiben Sie uns gewogen, ersucht Sie Ihr Oliver Baer
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Über die Ausgabe verteilt bieten wir, was Sie in der baerentatze vermissen, nämlich ein Rätsel, aber hier nicht als Ecke, sondern vollflächig: Zu finden sind unsere Beispiele für Worst Practice in der Unternehmenskultur, zu deutsch: Beispiele für den Produktivbeitrag des Kitsches zur Leistungskraft des Unternehmens.
Selbstverständlich gibt es Preise: Sie schicken Spottolski, falls Sie gewinnen, eine kleine Überraschung, zum Beispiel Thunfisch.
Da wir einen gewissen B. diesmal nicht erwähnen wollen, müssen Sie selbst darauf kommen: Was hat mein Laden davon, wenn sich jede Abteilung, bevor sie irgend etwas leistet, im eigenen Mief fixiert? Fördert ein Übermaß an Wärme die Schaffenskraft, die Neugier, den Mut zum Risiko, den Sprung in die Entscheidung, im Angesicht des Kunden?
Oder täte dem Laden ein konzentriertes Mobbing an allen Fronten gut: Möge sich das Miese im Mitarbeiter vermehren, dann knickt er nicht ein, wenn sich der Kunde aufplustert? Mobbing ermöglicht der Chef von oben her: Es gedeiht besonders unter plötzlichen Klimawechseln: Mal eisig, mal diesig. Sowas hält die Leute in Bewegung, sollte man meinen. Tatsächlich tut jeder, was er am besten kann: Das, was er immer tut.
Survival of the "Fiesest"
Eine muttersprachliche Kollegin, deren Name uns momentan abgeht, betreut bei einem Kunden beinahe zeitgleich zwei englische Konversationsgruppen: die - männlichen - Techniker sowie die Kaufmännischen, ausnahmslos Frauen. Weiß der Geier, wie das kommt. Beide Gruppen hatten mit dem Englisch bei Null begonnen, bei der Maulsperre aus Angst vor Fehlern. Mittlerweile sprechen sie aber flott drauf los. Auch in den Pausen beklönen die Männer ihren Beruf und erproben ihr Fachvokabular.
Damit beginnen auch die Frauen ihre Pausen. Aber keine zwei Minuten und sie tratschen und sie klatschen, immerhin auf englisch, was ihnen vor die Flinte läuft, nur nichts Berufliches.
Was sagt uns das? Dass die Kollegin ihre feministische Herkunft schmählich verraten hätte? Dass man seine Vorurteile pflegen muss, sonst lassen die nach? Oder, dass der Kitsch verbandelt ist mit der Macht der Gewohnheit, und wehe, wer daran rüttelt, dessen Tage in dieser Abteilung sind gezählt! Es steckt eine fabelhafte Vernichtungskraft in Frauen (und Männern) weiblichen Geschlechtes, die ihre sozialen Fähigkeiten auf das Mobbing lenken. Und damit das Vermögen des Unternehmens verprassen.
Wir plädieren gelegentlich, das Entweder-oder möge durch ein Sowohl-als auch ersetzt werden. So wie Toni Polster, bekanntester Österreicher auf Deutschlands Fußballrasen: "Für mich gibt es nur entweder-oder. Also entweder voll oder ganz!"
Wie lassen sich die informellen Grüppchen und heimlichen Anführer im Unternehmen umpolen? Umnieten, wie auf dem Fußballfeld, gilt als unfein, soll aber auch gehen. Für unser Geschäft ist es besser, Sie lassen sich beraten: Kultur im Unternehmen ist auch aufwärts bewegbar. Dafür gibt es Beweise. Allerdings auch ein paar Voraussetzungen, die man nicht zaubern kann. (ob)
Oliver Baer erreichen Sie gegebenenfalls hier: +49 (35955) 40099
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Als ich vor zwölf Jahren nach Europa heimkehrte, habe ich gestaunt: Das ist ja flott, wie die Deutschen mit der Welthandelssprache umspringen. Inzwischen wurde aber nachgezählt: Die meisten Dengländer wissen nicht, was sie reden, die Aussprache vergeigen sie außerdem. Einer Verständigung ist dieser Umstand nicht bekömmlich.
Radiohörer sind Kummer gewohnt: Die meisten Begriffe und Namen werden irreführend ausgesprochen, so verewigen sich die Fehler. Wenus Villiams wäre ja noch komisch, aber Tall Collect, na schön, die haben es nicht besser verdient ...
Kaum ein Viertel der Deutschen versteht Englisch, noch weniger sprechen es. Mit dem denglischen Wortgeklingel sperrt man also eine Menge möglicher Kunden aus. Das macht nichts, vorausgesetzt man weiß, sie kommen nicht in Frage, aber so viel Intelligenz steckt im Marketing nicht: Man hält die Leute für Verbraucher, also beschränkt und leidensfähig. Eine gewagte Annahme
Tatsächlich geht es um die Eitelkeit der Macher, sie verwechseln das Marketing mit einer Zurschaustellung ihrer Komplexe. Eine zeitlang mag das noch gut gehen, die Marketingfritzen und ihre Auftraggeber treffen sich in der Sauna, so etwas schweißt zusammen. Das Publikum empfindet ihre Angeberei aber als das, was sie ist: Ein Mittel, mit dem sich der Anbieter den Markt vom Halse hält:
"Draußen steht'n Kunde und beschwert sich: Was sag ich dem?"
Glauben Sie einem Liebhaber des Englischen, es gibt aus Shakespeare's Sprache tonnenweise vom Feinsten, das es zu borgen lohnt. In welcher anderen Sprache hätte Jack Welch so geklungen: "Fix it, sell it or close it"? Sprachentlehnung ist alter Brauch, benachbarte Sprachen bereichern einander. Vor Jahrhunderten belebte das Deutsche das Polnische, im 18. und 19. holten die Engländer Konzepte und Begriffe aus dem Land der Dichter und Denker ab. Kulturgeschichte zum Anfassen erleben wir dieser Tage im Zeitraffer, da könnte ein bisserl Respekt vor den Fremden und ihren Sprachen direkt Spaß machen.
"Reparieren, verkaufen, oder dicht machen!"
Was hätte Jack Welch wohl mit der Bundesanstalt für Arbeit angestellt?
Die Mitarbeiter der NATO-Zentrale hielten Englisch für eine einfache Sprache. Bis es an die Aussprache ging. Mit einem Oxforder Lehrgedicht ging man das Problem an.
Ein Franzose meinte darauf hin, sechs Monate Zwangsarbeit seien ihm lieber als auch nur sechs Zeilen aus dem Gedicht vorzulesen.
Was Franzosen eben so sagen. Aber Sie, lieber Leser, wissen jedes dieser Worte fehlerfrei auszusprechen:
real, zeal, mauve, gauze, gouge, gauge
Versuchen Sie sich an dem Gedicht, der Reim macht es möglich, dass Sie alleine zurecht kommen: http://paul.merton.ox.ac.uk/language/poem.html
Da bieten sich Schlüsse an, die unserem Marketing Richtung geben:
Je besser unser Deutsch, desto weiser der Umgang mit Fremdsprachen.
Das Fremde plappern, weil es fremd klingt, tut der Papagei, ohne jede Intelligenz.
Wer Englisch wirklich beherrscht, hält sich mit Denglisch zurück. Wer Englisch nicht kann, macht sich mit Denglisch zum Affen.
Vielleicht doch mal das Lehrgedicht probieren?
Für das Marketing eignet sich die Muttersprache, schon wegen der Wahrscheinlichkeit, dass jemand sie versteht.
Denglisch ist Kitsch, zwischen Anspruch und Wirklichkeit besteht eine Lücke, eine Bildungslücke.
Prominente Dengländer sind Bahn und Telekom, also die beste Gesellschaft
Einen Satz, bei dem dir der Saft über die Backe läuft, baust du in der Muttersprache, im Dialekt, nicht auf Englisch, oder gar Denglisch.
Sprache informiert und Sprache verbindet. Marketing auf Denglisch pfeift durch die Ohren wie die endlosen LKW auf der nahen Autobahn. Denglisch beweist des Anbieters Armut.
Das hat König Kunde schon ganz gut begriffen ... Oder was glauben Sie, weshalb er nicht verbraucht, wie er soll? Er hat keine Lust, und auf englisch lässt er sich schon gar nicht antörnen. (ob)
Welches Volk in Europa macht so viel Marketing im eigenen Land auf Englisch wie wir? Keines, so öde sind die, alle.
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Wer nach Westen will, wende sich gen Osten. Wir fanden Vorbildliches, ausgerechnet im Schülertheater. Auf diese Idee wären Sie nicht gekommen? Wir auch nicht, wir hatten Glück. Wir fanden, weil wir nicht suchten: Spannung zwischen dem sozialen Anspruch und der Freiheit des Geistes. 1:2 für den Geist, ohne Elfmeter.
Best Practice = Vorbildliches Verhalten
Wir erlebten zwei Oberschulklassen bei ihrem Theaterabschluss. Den Lehrkörper der Schule "S" kümmert traditionell zuerst, wie die Klasse mit ihren sozialen Unzulänglichkeiten zurechtkommt: Aus Katharsis zur Erkenntnis. Da bekommt die schönsten Rollen nicht, wer sie am besten stemmt, sondern wer sie am meisten benötigt. An der anderen, der Schule "H" regiert die künstlerische Leistung. Dort übernimmt die Hauptrolle, wer das Talent am besten auf die Bretter bringt.
Es handelt sich um zwei Waldorfschulen, eine im Westen, eine im Osten dieses unseres Landes.
Schule "S" zelebrierte - erwartungsgemäß - das Versagen am Objekt. Das tun sie da immer, es dient einem pädagogischen Zweck. Die Inszenierung vermied Überraschungen, und wo sie doch provozierte, merkte wer noch konnte: Hier wird provoziert! Als Eltern lobt man, was man als die Freuden der Pflicht soeben bezeugt hat, und es ist schon seltsam: Irgendwie schaffen es die Kinder, Jahr für Jahr, aus einer verkorksten Aufgabe das Beste zu machen. Also nicht viel.
Auch Unternehmen verlassen sich auf die Strapazierfähigkeit ihrer Mitarbeiter
In "H" kam das Publikum mit roten Bäckchen aus dem Saal, da war etwas über die Rampe gesprungen, in beide Richtungen, es war nichts perfekt, aber vieles gekonnt. Auch hier gab jeder sein Bestes, mehr als zu erwarten war. Auf Nachfragen stellte sich heraus: Der wundervolle, spritzige Auftritt des Hauptdarstellers kam zustande, nachdem seine Mitschüler ihn, den Schüchternen, dazu ermuntert und durch die gesamte Probenzeit unterstützt hatten. Insofern war auch die Sozialisationsleistung in "H" ein Erfolg, die Aufführung sowieso; sie wird demnächst im städtischen Schauspielhaus wiederholt. In "S" war das Stück schwach, und was für die Sozialisation dabei heraus kam, hat die künstlerischen Opfer kaum gerechtfertigt.
Für das Mittelmaß genügt die mäßige Leistung. Legen wir die Latte aber so hoch wir Lust haben, produzieren wir im Künstlerischen wie im Sozialen das Besondere, das Unerwartete, das Unplanbare.
Gibt es einen stichhaltigen Grund, weniger als sein Bestes zu geben? Einen Grund, für den wir uns hinterher nicht schämen?
"Wenn einmal in der Geschichte ein genialer Mensch ein Niveau erreicht hat, dann ist jeder, der nach ihm kommt und weniger leistet, unter Niveau." (Pogacnik, in brand eins, Heft 10, 2003)
Das Genie setzt die Norm, meint der Geiger Miha Pogacnik, von dem es übrigens keine Aufnahmen zu kaufen gibt: "Wer mich hören will, kommt ins Konzert". Das klingt überheblich, aber ich war dabei, als er einem beinamputierten Mädel eine Bachsonate zum besten gab, in ihrem Krankenzimmer, gratis; da standen im Hospital die Uhren still. "Dann komme ich eben zu ihr," sagte er trocken.
Unseren Anspruch auf Sternstunden im Wirtschaftsleben erfüllen wir nur selbst. Marketing ist Selbstdarstellung, wie auf einer Bühne, auch wenn uns dieser Vorstellung verweigern und ganz heftig daran glauben, wir könnten uns hinter unserem Marketing verstecken. Das kann man beklagen. Oder man macht sich zunutze, dass jeder sowieso mit seiner Selbstdarstellung befasst ist. Da mag er Girlanden dran hängen - soziales Engagement, hier geht um die Sache, Ich will doch nur dein Bestes, usw. - die gehören dazu. Eigennutz und Gemeinnutz finden beide Platz, die Reihenfolge muss nicht immer politisch korrekt sein. Und ganz ohne Kitsch geht's nun mal nicht.
So, wie wir sind, ist unser Marketing, nicht anders. Oder es ist teuer. Oder teuer und bescheuert. (ob)
Würden die PISA-Aktivisten ahnen, was selbst angefertigte Musik für den Geist tut, würden sie Geigenstunden ab der ersten Klasse verordnen. Musik ist aber nicht bewertbar, deshalb wird daraus nichts.
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Mitten im Fortissimo des Schluss-Satzes von Beethovens Appassionata krachte Arthur Rubinstein der Klavierschemel zusammen, dem Publikum stockte der Atem. Doch der alte Herr tat, als sei nichts geschehen: Halb auf den Trümmern sitzend, halb in der Hocke kniend, brachte er das schwierige Stück zu Ende, ohne Fehler und Pause. Arthur Rubinstein war 81 Jahre alt, als ihm dieses Malheur passierte.
Im Interview wurde Rubinstein gefragt, ob er denn noch übe, das habe er doch nicht mehr nötig. "Wenn ich einen Tag nicht übe," sagte er, "merke ich es selbst. Wenn ich drei Tage nicht übe, merkt es meine Frau. Wenn ich eine Woche nicht übe, merkt es das Publikum."
Schamlos zitiert nach Hans. A. Bloss, Professor für Sportwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe - sehen Sie das ganze im Zusammenhang: Beim Malheur klicken!
Daraufhin, erzählt Dieter Hildebrandt im Deutschlandfunk, habe er täglich geübt, nichts mehr aus dem Ärmel geschüttelt. Eben das, was so leicht aussieht, brauche harte Vorbereitung.
Tatsächlich hat Arthur Rubinstein täglich bis ins hohe Alter geübt, immer wieder neben seinen Musikstücken auch bestimmte Tonleiterfolgen. Erfolgreiche Fußballspieler sind häufig deshalb so erfolgreich, weil sie ständig neben raffinierten Spielzügen ihre Schnelligkeit, ihre Ausdauer und Standardsituationen üben.
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~Eine internationale Jury, bestehend aus dem Marketingberater des Unternehmens, kürte die Soli fer Solardach GmbH zum ersten Preisträger einer Auszeichnung, die das "ungewöhnliche Maß gesunden Menschenverstandes" honoriert, mit dem sich das Unternehmen in Angelegenheiten der Marktkommunikation anstellt.
So etwas habe er noch mit keinem Kunden erlebt, "also nicht in diesem Ausmaße", und an ihm könne es ja kaum liegen, meinte der Berater. Folgerichtig müsse er den Kunden loben. "Wenn der merkt, was da abläuft, werde ich überflüssig," bemerkte die verschnupfte Jury.
Guckst Du selber: Überreichung des außergewöhnlich formschönen Zertifikats.
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Baer ist auch abgebildet
Verwöhnt, weil zum Abschluss ihrer Konversations-Lehrgänge stets mit Blumen bedacht, kehrte meine Jennifer jüngst mit leeren Händen heim. In einem Parallelkurs - beim selben Kunden - hatten die Teilnehmer ihren Mut zum freien Sprechen gefunden; in dem jetzt beendeten hatte sich jemand - vorsichtshalber anonym - über das Geplaudere beschwert, von da an war die Gruppe auf faltenfreie Fachgespräche gebügelt worden. Mit dem Ergebnis, dass die Teilnehmer zwar die Worte drauf haben, diese aber - vorsichtshalber - für sich behalten. Wer nix sagt, sagt nix falsch.
Wer als letzter begreift, dass es bei ihm zugeht wie am Hofe zu Byzanz, ist selbstverständlich der Chef.
Manche halten sich ans Buch, an die Vorschriften, an das Sichere. Sie wissen, wie man überlebt.
Intensive Konversation auf englisch ist das einzige, was es von der CD nicht besser gibt. Notfalls rufen Sie an: Jennifer Baer, 035955 42135.
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~Von mir aus nehmen wir die Herausforderung an. Vorschlag: die Erweiterung der EU findet im Osten statt, nicht in Texas. Haben Sie mal einen Polen mit der Zunge schnalzen gehört, als Sie es verstanden Adam Malysz kundig auszusprechen?
Witold Lutoslawski, Lech Walensa
Das L in der Mitte bringen Englischkönner übrigens mühelos über die Lippen: Es wird gesprochen wie das W in water, wishing oder well. Wie in Williams, nicht in Venus.
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~Als hilfreich im Berufsalltag bezeichnet eine freundliche Leserin die baerentatze, nämlich:
Erstens: beim Zähmen des "inneren Schweinehundes",
zweitens: als Argumentationshilfe gegen allzu bequeme Kommunikation, die aber nicht kommuniziert,
drittens als Ansporn und Trost, falls wieder alles für die Katz war.
Liebe Leserin, Spottolski sagt zu, über die Sache grübeln zu wollen
Die Leserin arbeitet in der Werbung und möchte nicht genannt werden.
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~Brauchbare Reaktionen gegen Spam nehmen zu.
Eine davon ist RSS, es eignet sich für das Marketing in Leitmilieus. RSS umschifft das Spamproblem, indem es Holen und Bringen vertauscht.
Dagegen dient die elektronische Briefmarke der Abwehr: Sobald Mailversand etwas kostet, wird sich millionenfacher Versand ins Blaue nicht mehr auszahlen.
AOL zielt auf eine andere Lösung, aber die würde auch den legitimen eMailverkehr abwürgen: Der Absender muss nämlich dafür sorgen, dass er bei den Empfängern auf der Weißen Liste steht. Da sind wir gespannt, was Martha Meisegeier davon hält! Mehr dazu bei Internet.com (englisch).
Aber wir brauchen uns nicht zu sorgen. Bill Gates verspricht, Microsoft werde den Spuk namens Spam binnen zwei Jahren exorzieren. Und zwar ebenso effizient, wie Microsoft seine Software gegen Schädlinge sichert. Nehmen wir an.
Microsoft schon wieder in den Hädleins: Der Quellcode für Windows wurde geklaut. Wo steht denen bloß der Kopf?
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~Falls Sie es nicht abwarten möchten, RSS als einer der ersten zu verwenden, melden Sie sich zum RSS-Seminar für Presseleute, am 16 März in Frankfurt.
Am Vormittag geht es um RSS in der Informationsgewinnung: Martin Röll referiert über die Grundlagen von RSS und der Newsaggregation und wie man RSS-Feeds findet, abonniert und effektiv mit Feedreadern umgeht. Dann geht es um die Informationsdistribution: Die Teilnehmer erarbeiten, welche Informationen sich zur Publikation via RSS eignen und werden verschiedene Möglichkeiten der Erstellung von RSS-Feeds durchgehen.
Mehr darüber beim Referenten, Martin Röll und anmelden am besten beim Veranstalter: Dr. Doeblin Gesellschaft für Wirtschaftskommunikation
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Wir schickten die Volontärin, das fällige Interview mit dem international berühmten Marketing-Guru zu führen.
>>> Seit den heißen Tagen auf der CeBIT herrscht wohl Ebbe in Ihrem Marketing?
Spottolski: Was?
>>> Wie meinen Sie: Was?
Spottolski: Ist das eine Frage?
>>> Ja, auf der CeBIT 1999, da haben Sie noch die großen Reden geschwungen ...
Spottolski: Stimmt nicht, ich hab mich um die Miezen gekümmert.
>>> Neuerdings hört man nichts mehr von Spottolski.
Spottolski: Was?
>>> Wie: Was?
Spottolski: Ist das wieder eine Frage?
>>> Ja, was tut sich im Ohorner Marktgeschehen?
Spottolski: Sehen Sie, geht doch.
>>> Was geht?
Spottolski: Ihre Interjutechnik.
>>> Danke, vielleicht antworten Sie mal.
Spottolski: Worauf? Ich hör immer CeBIT.
>>> Womit besuchen Sie heuer die CeBIT?
Spottolski: Was kann ich für Sie tun, junge Frau?
>>> Ich dachte, wir unterhalten uns über Ihre neuesten Marketingideen.
>>> Spottolski: Denen geht es gut. Danke der Nachfrage.
>>> Und?
Spottolski: Was, und?
>>> Erzählen Sie unseren Lesern ein bisschen?
Spottolski: Von den Miezen?
>>> Wenns sein muss.
Spottolski: Marketing ist Sex, fertig: Drauf halten, dumm halten, durch halten!
>>> Andere nennen das gewalttätig, nicht sexy.
Spottolski: Wer?
>>> Die Konkurrenz, vielleicht?
Spottolski: Der bescheuerte Kater von Bernds nebenan? Waswiller?
>>> Er könnte das behaupten.
Spottolski: Ein weißer Kater hat man das gesehen der macht sich doch lächerlich!
>>> Anschleichen im Schnee kann er besser. Für Sie ein echter Wettbewerbsnachteil, bei Ihrem schwarzen Fell.
Spottolski: Da ist die Regierung gefordert. Ich werde mit Joschka reden.
>>> Der ist Außenminister.
Spottolski: Wieso?
>>> Regierung, Berlin.
Spottolski: In Ohorn hätte der keine Zukunft. Nicht so lang ich lebe.
>>> Was versprechen Sie sich von einer Intervention der Regierung?
Spottolski: Zum Beispiel Brüssel. Und biodynamisches Dosenfutter. Frische Miezen im Oberdorf. Nicht, dass ich dran glaube.
>>> Und der Wettbewerbsvorteil von weißen Katern im Schnee?
Spottolski: Was ist damit?
>>> Keine Ahnung, Sie wollten doch die Regierung, mit Joschka reden ...
Spottolski: Ich glaube, Sie könnten Ihre Fragen besser vorbereiten.
>>> Aber eine darf ich noch?
Spottolski: Meine Beste, für den Nachwuchs tue ich alles.
>>> Sagen Sie in einem Satz den Unterschied zwischen Verkaufen und Marketing!
Spottolski: Sie könnten den Rock enger tragen.
>>> Das lenkt nur ab.
Spottolski: Dann gucken Sie woanders hin. Gucken Sie mich an. Also: Verkaufen, das ist Reden. Marketing, das ist Folien machen.
>>> Wird der Weltmeister des Marketings alt?
Spottolski: Wer das sagt, braucht Schulung.
>>> Spottolski wird müde, sagen die Leute. Fünf Minuten im Schnee rumlaufen, dann zwei Stunden auf dem Ofen herumliegen. Was ist mit dem Spottolski von früher? fragen die Leser.
Spottolski: Unser Marketing ist radikal neu: Wir verhalten uns ruhig.
>>> Hinter der Schneewehe lauern?
Spottolski: Wir warten bis der Kunde kommt.
>>> Und der Kunde kommt, von alleine?
Spottolski: In der Ruhe liegt die Stille.
>>> Heißt das nicht eigentlich anders?
Spottolski: Wir wollen das jetzt nicht vertiefen. Nett, dass Sie da waren.
Mit herzlichem Dank dem unvergessenen Gerard Hoffnung, der für dieses Interview Pate stand, obwohl er bald ein halbes Jahrhundert verstorben ist. Hoffnung konnte alles: Er musizierte, komponierte, malte, zeichnete. Er behauptete, seine Musikerfreunde hielten ihn für einen phantastischen Maler, während seine Malerfreunde meinten, er sei ein großer Musiker.
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Uns erreichte die Einladung zu einem CRM Kongress, an dem wir voller Freude nicht teilnahmen. In dem Schreiben stand unter anderen leckeren Dingen:
"Welche Kunden sind profitabel und welche nicht?"
"Und was tun wir mit den unprofitablen Kunden?"
Falls CRM-Software einen Sinn stiften soll, dann bitte diesen: Der Anbieter ermittelt anhand der Weichware, wie hart seine Kunden sind. Weicheier sortiert er aus, das sind die Nicht-A-Kunden.
A-Kunden sind jene, die in den letzten 5,3 Monaten mindestens 38,3% mehr Umsatz bei uns gemacht haben als in der Zeitperiode t1-t0. Isdasklar? Die restlichen sind B- oder C-Kunden. Kroppzeugs.
Vor der Berührung dieser Unreinen schützt uns CRM-Software. Falls Sie die bereits ausgeguckte Software trotzdem bestellen möchten, machen Sie die Nagelprobe: Lassen Sie einen Menschen - einen werden Sie in Ihrem Laden finden, der das noch kann - die B-Kunden abklappern; er soll persönlich hin und mal fragen, warum sie B-Kunden wären.
Und keine A-Kunden. Oder gottbehüte C-Kunden? Widerlich.
Oder, fragen Sie lieber nicht. Sie könnten etwas erfahren, was Sie durcheinander bringt. CRM ist okay. Echt.
PS: CRM heißt übrigens Customer Relationship Marketing.
Zu deutsch könnte CRM bedeuten: Pflegen einer fortwährenden Beziehung mit dem Kunden zwecks Absatzes von Waren.
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| Deutsche Bibliothek : | ISSN 1619-7909 (Web-Ausgabe) |
| Jahrgang/Ausgabe/Datum : | 6 / 1 / 13.2.2004 |
| Frequenz / Preis : | unregelmäßig / gratis |
| Herausgeber : | Dipl.-Ing. Oliver Baer |
| Inhalt Website : | www.baerentatze.de/files/sitemap.htm |
| Impressum nach $6 TDG : | www.baerentatze.de/files/impress.htm |